Bauarbeiter auf Bahnstrecke
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Die Bahn kommt - auch im Jahr 2019 wieder vielerorts zu spät. Grund dafür sind zahlreiche Baustellen, die im gesamten Land zu zahlreichen Verzögerungen führen. Wo es klemmen wird, erfahren Sie hier.

Bahnreisende müssen auch in diesem Jahr mit zahlreichen Baustellen und Verspätungen rechnen. Deutschlandweit werde es in Spitzenzeiten 800 Baustellen gleichzeitig geben, kündigte Bahn-Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla am Mittwoch an. Für die Instandhaltung des bestehenden Netzes und bundesweit rund 50 Neu- und Ausbauprojekte würden 10,7 Milliarden Euro bereitgestellt, nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) so viel wie noch nie.

Einschränkungen für die Fahrgäste sollen möglichst gering gehalten werden. "Wir bekommen das Fahren und Bauen immer besser in den Griff", sagte Pofalla. So würden mehr Bauarbeiter eingesetzt und die Arbeitszeiten wenn möglich in die Nacht verlagert. Dennoch werden Bahnfahrer einige Großprojekte sehr wohl spüren. Auch in Hessen.

Generalüberholung der Nord-Süd-Strecke

Die Restaurierung der in die Jahre gekommenen Schnellfahrstrecken beginnt mit dem Abschnitt Hannover-Göttingen, wo vom 11. Juni bis 14. Dezember gebaut wird. Die Folge: Totalsperrung, Umleitung, Zugausfälle. Zwischen Hamburg und Frankfurt, Berlin und Frankfurt sowie Hamburg und München brauchen die Züge dann 30 bis 45 Minuten länger - sofern alles nach Plan läuft. Und die Waggons werden voraussichtlich voller sein, weil weniger Züge fahren sollen als üblich.

Die Nord-Süd-Strecke ist eine der wichtigsten Routen im Netz: 15,5 Millionen Fahrgäste fahren pro Jahr mit ICE und Intercity zwischen Hannover und Würzburg. Bis Ende 2023 soll die gesamte Strecke saniert sein.

Weniger ICE am Flughafen

Von Ende Oktober bis Mitte Dezember dieses Jahres können Züge mehrerer ICE-Linien nicht am Frankfurter Flughafen halten, weil S-Bahn-Züge über den Fernbahnhof umgeleitet werden müssen. Grund dafür ist der neue S-Bahn-Halt Gateway Gardens am Flughafen, der ans Netz geschlossen wird.

Überlastete Strecke Fulda-Mannheim weiten

Ein besonderes Augenmerk liegt nach Pofallas Angaben darauf, die Flaschenhälse im Netz zu weiten - etwa durch neue Weichen und Überholgleise. Vier große Engstellen wurden identifiziert, darunter der Streckenabschnitt zwischen Fulda und Mannheim. Hier sind die Gleise nach Bahn-Berechnung zu 135 Prozent ausgelastet. Schlimmer in dieser Hinsicht ergeht es nur den Reisenden zwischen Köln und Dortmund (Auslastung bei 140 Prozent).

Weil es üblicherweise schon ab einer Auslastung von 90 Prozent zu Problemen im Betrieb kommen kann, soll der Verkehr in den sogenannten Plankorridoren noch intensiver gemanagt werden. Denn Züge fahren dort sehr oft Verspätungen ein, was sich dann auf das Gesamtnetz auswirkt.

Die Grafik zeigt auf einer Karte die Strecken, an welcher in 2019 Baustellen zu erwarten sind.
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Nur ein Gleis zwischen Fulda und Erfurt

Auf der Strecke zwischen Fulda und Erfurt steht vom 10. August bis 27. Oktober wegen Arbeiten an der Sicherungstechnik tagsüber nur ein Gleis zur Verfügung. Die ICE auf der Strecke Dresden-Wiesbaden brauchen 20 Minuten länger. Einzelne Fahrabschnitte entfallen ganz oder die Züge werden umgeleitet.

Wochenendsperrungen am Frankfurter Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof Frankfurt wird vom 9. August bis 30. September an den Wochenenden wegen Gleisarbeiten die Main-Neckar-Brücke gesperrt. ICE in Richtung Süden halten in Frankfurt-Süd.

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Frankfurt sperrt wichtigste U-Bahn-Verbindung

Auch im Frankfurter U-Bahnverkehr kommt es zu größeren Einschränkungen. So sperrt die Stadt wegen Bauarbeiten in den Sommerferien einen großen Teil ihrer wichtigsten Verbindung, der A-Strecke. Auf ihr sind täglich bis zu 125.000 Fahrgäste unterwegs. Betroffen von der Sperrung sind die Linien U1, U2, U3 und U8. Dabei stellen die U1 und U8 den Betrieb komplett ein. Hier geht's zum Bericht.

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Sendung: hr1, 20.02.2019, 12.00 Uhr