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Hessens Kommunen erzielen so hohe Gewerbesteuern wie noch nie

Hessens Kommunen haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres so viel Gewerbesteuer kassiert wie noch nie in einem Halbjahr. Für den Rekord sorgen vor allem Frankfurt und Marburg. Zwei Großstädte verloren gegen den Trend.

Noch nie haben die hessischen Kommunen in einem Halbjahr so hohe Gewerbesteuern erzielt, wie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Das hat das Finanzministerium am Donnerstag mitgeteilt. Demzufolge haben die Kommunen ein Aufkommen in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro eingenommen.

Den Angaben nach verteilte sich das Aufkommen aus Gewerbesteuervorauszahlungen ohne Abzug der Gewerbesteuerumlage mit jeweils rund 1,75 Milliarden Euro gleichermaßen auf das erste und das zweite Quartal. In der ersten Jahreshälfte 2022 erwirtschafteten Hessens Kommunen 735,8 Millionen Euro (plus 26,7 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum und 662,4 Millionen Euro (plus 23,4 Prozent) mehr als im ersten Halbjahr 2019, dem Vergleichszeitraum vor der Corona-Pandemie.

Marburg boostert Gesamtergebnis

Spitzenreiter ist dabei Frankfurt - mit rund 1,3 Milliarden Euro (plus 37,7 Prozent) trug die größte hessische Stadt auch den größten Anteil an Gewerbesteuern bei. In der Universitätsstadt Marburg lagen die Gewerbesteuereinzahlungen mit 223,7 Millionen Euro um 192,4 Prozent über dem Wert des ersten Halbjahres 2021 (76,5 Millionen Euro).

Bereits im vierten Quartal des Vorjahres hatte das durch die Gewinne des Impfstoffherstellers Biontech entstandene Rekordaufkommen an Gewerbesteuern von Marburg das gesamthessische Ergebnis maßgeblich beeinflusst.

In Darmstadt und Offenbach sinken die Einnahmen

In den kreisfreien Städten Darmstadt (94,3 Millionen Euro) und Offenbach (31,9 Millionen Euro) sank hingegen das Aufkommen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent (4,6 Millionen Euro) bzw. 28,1 Prozent (12,5 Millionen Euro).

Insgesamt erhöhten sich dem Ministerium zufolge im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 die Gewerbesteuereinzahlungen in den meisten hessischen Kommunen (79,6 Prozent). Unter anderem auch wegen der guten konjunkturellen Entwicklung von Januar bis Juni dieses Jahres.

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