Am Sonntag bleiben die Geschäfte in Hanau geschlossen.

Der Handel hat die Verlängerung des Lockdowns heftig kritisiert. Er verschärfe die Existenznot vieler Betriebe und gefährde Tausende Arbeitsplätze, monierten die Verbände.

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hessenschau von 16:45 Uhr vom 05.01.2021
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Der Handel hat die von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) verkündete Ausweitung der Corona-Beschränkungen scharf kritisiert. "Die Verlängerung verschärft die Existenznot bei vielen hessischen Betrieben", sagte der Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), Robert Lippmann, am Dienstag. "Mit jedem Tag wird der Lockdown härter, weil sich die wirtschaftlichen Auswirkungen summieren."

"Eigenkapital aufgezehrt"

Das Eigenkapital sei schon jetzt vielfach aufgezehrt, so Lippmann. Dies betreffe vor allem jene Branchen, die mehrfach auf behördliche Anordnung hin schließen mussten. Der Verbandschef forderte mehr Hilfe von der Landesregierung.

Parallel zur Verlängerung des Lockdowns brauche man die Fortsetzung bestehender Hilfsprogramme, erklärte er. Diese müssten deutlich schneller ausgezahlt werden. "Je länger die Corona-Krise dauert, desto zielgenauer müssen die Hilfen sein."

2,8 Milliarden Euro weniger Umsatz

Deutliche Kritik kam auch vom Handelsverband Hessen. "Viele fühlen sich von der Landesregierung alleingelassen", sagte Präsident Jochen Ruths. Der Einzelhandel habe allein durch das ausgefallene Weihnachtsgeschäft rund eine halbe Milliarde Euro Umsatz verloren, rechnete der Verbandspräsident vor. Im gesamten Corona-Jahr 2020 seien es 2,8 Milliarden Euro gewesen. Dies könnten die Unternehmen ohne Hilfe nicht mehr kompensieren.

Mit Sorge blicke man auf die aktuelle Situation, sagte Ruths. Die Mittel, mit denen man versuche der Pandemie Herr zu werden, schädigten die Wirtschaft nachhaltig und würden sie teilweise zerstören, warnte er. Wenn die Erfolge ausblieben, müsse man alle Vorgehen überprüfen und hinterfragen.

"Lockdown hat fatale Folgen"

"Die Landesregierung muss für die notwendige Unterstützung sorgen", forderte auch Hauptgeschäftsführer Sven Rohde. "Der nun verschärfte Lockdown hat fatale Folgen für die Überlebensfähigkeit kleiner und mittelständiger Handelsunternehmen und gefährdet so tausende Arbeitsplätze." Zugesagte Hilfen kämen zudem wegen zu hoher und komplizierter Hürden oft nicht zur Auszahlung.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 05.01.2021, 19.30 Uhr