Immobilienpreise 2018
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Sie steigen und steigen: Der Immobilienboom treibt die Preise für Wohnungen und Häuser in Hessen vielerorts nach oben. Besonders teuer ist das Rhein-Main-Gebiet. In einigen Regionen sind Häuser dagegen fast Schnäppchen.

Die Hessen müssen für Wohnungen und Häuser in vielen Regionen immer tiefer in die Tasche greifen. Im vergangenen Jahr haben die Immobilienpreise im Land stark zugelegt. In Ballungsräumen gab es dabei starke Preissprünge, wie der am Freitag veröffentlichte Immobilienmarktbericht der Landesregierung zeigt. Die regionalen Unterschiede bleiben aber groß.

Im Jahr 2017 wechselten in Hessen demnach zwar weniger Immobilien den Besitzer als 2016, diese waren dafür aber teurer als im Vorjahr. Insgesamt wurden Kaufverträge im Wert von 22,4 Milliarden Euro abgeschlossen, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Abschlüsse lag mit 66.000 aber um 3.000 unter dem Vorjahr.

Frankfurt umsatzstärkster Markt

Immobilienpreise 2018
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Laut dem Papier, das die notariell erfassten Kaufverträge von 44 regionalen Gutachterausschüssen enthält, wurden die höchsten Umsätze im Rhein-Main-Gebiet verzeichnet. Dabei sticht Frankfurt hervor: Hier schoss der Wert der Abschlüsse um 36 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro hoch. Hohe Erlöse gab es auch im Hochtaunuskreis und im Main-Taunus-Kreis. Schlusslichter waren der Landkreis Hersfeld-Rotenburg (129 Millionen Euro) und der Vogelsbergkreis (124 Millionen Euro).

Im Schnitt kostete ein gebrauchtes frei stehendes Einfamilienhaus in Hessen 320.000 Euro - rund 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr (307.000). Auch hier steht Frankfurt am oberen Ende der Preisskala: Hier kostet ein frei stehendes Haus rund 750.000 Euro. Die Landeshauptstadt Wiesbaden ist mit rund 700.000 Euro pro Einfamilienhaus ähnlich teuer, es folgen Darmstadt (596.000 Euro), der Main-Taunus-Kreis (577.000 Euro) und Offenbach (506.000 Euro). Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind nur 130.00 Euro zu berappen, im Vogelsbergkreis 131.000 Euro.

Preisboom bei Eigentumswohnungen

Noch stärker verteuerten sich neue Eigentumswohnungen: Die Preise kletterten um 13,5 Prozent auf 3.350 Euro je Quadratmeter nach 2.950 Euro im Jahr 2016. Gebrauchte Wohnungen wechselten im Schnitt für 1.850 Euro je Quadratmeter den Besitzer (plus 12 Prozent).

Vor allem in Südhessen sind Wohnungen teuer: Typische gebrauchte Objekte mit 80 Quadratmetern kosteten am meisten in Frankfurt, Offenbach, Darmstadt und Wiesbaden sowie im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis mit im Schnitt je mehr als 2.500 Euro je Quadratmeter. Im Vogelsbergkreis, im Werra-Meißner-Kreis und im Schwalm-Eder-Kreis wurde mit weniger als 1.199 Euro je Quadratmeter nicht einmal die Hälfte fällig.

Stadt-Land- und Süd-Nord-Gefälle

An der Spitze liegt dabei erneut Frankfurt mit 4.000 Euro je Quadratmeter für eine gebrauchte Wohnung, während solche in Kassel im Schnitt nicht einmal ein Drittel davon kosten (1.250 Euro) und im Schlusslicht Vogelsbergkreis nur 850 Euro je Quadratmeter.

Bei neuen Wohnungen haben die Gutachter in weiten Teilen Nord- und Osthessens wegen Nachfrageflaute kaum Daten erfasst. Unter anderem im Vogelsbergkreis, Werra-Meißner-Kreis, Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg seien nur "wenige oder keine neuen Eigentumswohnungen veräußert worden", schreiben sie. "Das Marktgeschehen beschränkt sich in diesen Fällen auf einige wenige Mittelzentren oder Oberzentren."

Sendung: hr-iNFO, 20.07.2018, 12 Uhr