Spargel
Auf den ersten Spargelfeldern wird bereits geerntet (Symbolbild). Bild © picture-alliance/dpa

Anfang März - und an der Bergstraße wird schon der erste Spargel gestochen. Eine Heizung macht's möglich. In knapp zwei Wochen können wohl auch Bauern ohne diese Technik nachziehen.

In Hessen ist der erste Spargel gestochen worden. Dank beheizter Felder auf zwei Hektar kam das Gemüse in dieser Woche in Bürstadt (Kreis Bergstraße) aus der Erde. "Seit kurzem läuft die Ernte", sagte Spargelbauer Andreas List.

Normalerweise beginnt die Spargelernte in Deutschland in der zweiten Aprilhälfte und endet am "Johannistag" - dem 24. Juni. Den Spargel liefert List an Lokale oder Geschäfte in Hessen aber etwa auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Kunden müssten aktuell mit einem Kilogrammpreis zwischen 5 und 18 Euro rechnen, "je nach Qualität", wie er hinzufügte.

Die Beheizung, über die List nichts sagen möchte, ist energetisch aufwändig. Sie läuft in der Regel über Rohre mit warmem Wasser, die unter dem Spargel durch den Boden geführt werden. Durch ein über den Spargel gespannte Folie entsteht so der Effekt, der den Spargel schon so früh im Jahr treiben lässt.

Dicke Folien halten das Edelgemüse warm

Mit den beheizten Spargelfeldern ist List eine Ausnahme in Hessen. Die meisten Landwirte arbeiten auf konventionelle Weise und halten das Edelgemüse unter dicken Folien warm. Wegen der relativ milden Temperaturen im Februar könnten womöglich auch sie bald mit der Spargelernte beginnen, sagte Bernd Weber, Sprecher des Hessischen Bauernverband auf Anfrage. "Wenn die Temperaturen im zweistelligen Bereich bleiben, etwa zwischen 13 und 15 Grad, könnte es bald soweit sein", fügte er hinzu. Das wäre recht früh, sei aber durchaus möglich.

"Ich gehe auch davon aus, dass wir schon um den 20. März herum mit der Ernte starten können", sagte Rolf Meinhardt vom Arbeitskreis Spargel Südhessen. Daher habe er für diesen Zeitraum bereits einen Trupp Erntehelfer geordert. Der Landwirt habe in dieser Woche selbst bereits einen dünnen Spargel aus einem seiner Felder in Weiterstadt gezogen.

Spargelpreise im vergangenen Jahr besonders niedrig

Im vergangenen Jahr war die Bilanz der Spargelbauern sehr durchwachsen ausgefallen. Demnach gab es zu viel Spargel auf einen Schlag, einen Mangel an Erntehelfern und für die Erzeuger zu niedrige Preise. Letztere hatten wiederum die Verbraucher erfreut. Nach Angaben des Arbeitskreises Spargel Südhessen hatten die Preise im Einzelhandel im Schnitt 1,30 Euro niedriger gelegen als im Vorjahr.

Sendung: hessenschau, 09.03.2019, 19.30 Uhr