Menschen mit Mundschutz und eine Erste-Hilfe-Puppe

Der Heiztechnikhersteller Viessmann stellt in der Corona-Krise Beatmungsgeräte und mobile Intensivstationen her. Für die dringend benötigten Geräte kann er viele Maschinen zur Heizungsproduktion übernehmen.

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Der Heiztechnikhersteller Viessmann mit Sitz in Allendorf/Eder (Waldeck-Frankenberg) hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Produktion umgestellt. Das Familienunternehmen, das 12.300 Mitarbeiter beschäftigt, stellt nach eigenen Angaben vom Montag nun Beatmungsgeräte, mobile Intensivstationen, Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel her. Sämtliche Ideen kommen nach Angaben des Heizungsbauers von Mitarbeitern.

600 Beatmungsgeräte pro Tag

"Dass wir uns in Krisenzeiten unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und diese jetzt noch einmal verstärken, versteht sich von selbst", sagt Junior-Chef Max Viessmann. Das Unternehmen verbesserte seinen Umsatz zuletzt um 6,4 Prozent und kam 2019 auf 2,65 Milliarden Euro.

Die dringend benötigten Beatmungsgeräte entwickelt das Unternehmen mit Medizinern des Lehrkrankenhauses der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und weiterer Krankenhäuser. Auf regionaler Ebene arbeitet das Kreiskrankenhaus im benachbarten Frankenberg/Eder mit, wie Viessmann weiter mitteilte. Derzeit liefen Bemühungen um eine zügige Sonderzulassung. Danach wäre nach Angaben des Unternehmens eine Serienproduktion von mehr als 600 Stück pro Tag möglich.

Bauteile für Beatmungsgerät übernommen

Das Unternehmen kann nach eigenen Angaben viele Teile von Gasheizungen übernehmen. Eine der Fertigungslinien für Gas-Wandgeräte sei innerhalb weniger Tage auf die Herstellung der intensivmedizinischen Produkte umgebaut worden. Die Beatmungsgeräte ermöglichen laut Viessmann eine individuelle Einstellung der Druckniveaus sowie der Atemfrequenz und erlauben, den Sauerstoff variabel beizumischen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Viessmann produziert jetzt Beatmungsgeräte

Viessmann-Beatmungsgeräte
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Sie sollen mobil einsetzbar und nicht auf die technische Infrastruktur eines Krankenhauses angewiesen sein. Die Geräte können entweder über die Sauerstoffversorgung der Klinik oder mit angeschlossener Sauerstoffflasche betrieben werden.

Azubis fertigen Schutzmasken

Auch modulare Intensivstationen für ein oder zwei Patienten stellt Viessmann nun her. Diese könnten beispielsweise in Messehallen oder Sportarenen, mit einer entsprechenden Abdeckung aber auch im Freien zum Einsatz kommen und "einen Beitrag zur Versorgung schwer erkrankter Covid-19-Patienten leisten", wie Viessmann weiter mitteilte.

Im Technischen Ausbildungszentrum des Unternehmens wurde laut Mitteilung eine Fertigungslinie zum Herstellen von Atemschutzmasken für den medizinischen Bereich eingerichtet. Die Azubis könnten bis zu 10.000 Masken pro Woche fertigen. Masken und hauseigenes Desinfektionsmittel seien an umliegende Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen im Kreis übergeben worden.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 20.04.2020, 19.30 Uhr