Windräder und Stromnetz

Trockene Wälder, Überschwemmungen, zu viele Treibhausgase in der Luft: Die hessischen Kommunen müssen sich den Problemen des Klimawandels stellen. Erfolg versprechen sie sich von einer gemeinsam beschlossenen Frist. Neu sind die Ziele aber nicht.

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zum Video Klimaschutz-Charta vorgestellt

hessenschau vom 30.08.2021
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Hessische Kommunen wollen beim Klimaschutz besser zusammenarbeiten: Am Montag unterzeichneten die kommunalen Spitzenverbände und der Verband der kommunalen Unternehmen in Hessen eine Klimaschutz-Charta.

Kommunen und Landkreise verpflichten sich damit, einem gemeinsamen Klima-Ziel zu folgen. Bis 2030 sollen 55 Prozent der ausgestoßenen Treibhausgase gegenüber dem Jahr 1990 um 55 Prozent reduziert werden, bis 2045 soll Klimaneutralität erreicht werden.

Neu sind diese Ziele nicht: Die Verabredungen entsprechen den Vorgaben des Bundes. So soll Deutschland auch die Ziele des Pariser Klimaabkommens einhalten. Dieses sieht vor, dass die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf 1,5 Grad begrenzt wird.

Klimawandel aufhalten

Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) sagte am Montag, die Klimakrise mit Starkregen oder Dürre sei auch in Hessen immer stärker spürbar: "Wir sind gefordert, diese Entwicklung auszubremsen." Dabei spielten die Kommunen und die Wirtschaft eine zentrale Rolle.

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Klimaneutralität

Klimaneutralität würde bedeuten, eine Netto-Null-Emission zu haben: Was an CO2 ausgeschieden wird, muss durch Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre ausgeglichen werden, damit am Ende ein Gleichgewicht herrscht. 

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Das Umweltministerium fördert den Klimaschutz in Kommunen mit jährlich 7,5 Millionen Euro. Dazu gehören etwa Angebote für E-Auto-Sharing, die energetische Sanierung von Kläranlagen oder Starkregenanlysen. Es werde auch der Verleih von Lastenrädern im ländlichen Raum unterstützt, sagte Hinz. Mehr Geld soll trotz neuer Charta für den kommunalen Klimaschutz nicht ausgegeben werden.

Die Kommunen sind insgesamt dazu angehalten, die Elektromobilität auszubauen, kommunale Energieversorger müssen alternative Energiequellen erschließen wie Abwärme oder biogene Abfälle. Städte müssen beim Verkehr umdenken, um Abgase zu reduzieren und etwa das Fahrradfahren zu fördern.

Treibhausgas-Ziele verfehlt

In einem Monitoring-Bericht hatte das Umweltministerium zuletzt geprüft, ob die eigenen Klimaschutzmaßnahmen zum Erfolg führen. Eines der Ergebnisse war, dass die bisherige Reduzierung der Treibhausgasemissionen in Hessen nicht ausreichen, um die selbst gesetzten Ziele zu erreichen. 2019 sei das Ziel sogar verfehlt worden, heißt es im Bericht.

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Zwei Radfahrer stehen in Frankfurt in einem Stau von Autos
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Für 2020 wurde mit 29 Prozent fast das für dieses Jahr gesetzte Ziel von 30 Prozent Reduktion im Vergleich zu 1990 erreicht. Allerdings blieben im Corona-Jahr viele Pendler im Homoffice und insgesamt gab es weniger Verkehr auf den Straßen. Um die Ziele für 2030 noch zu erreichen, seien weitere Anstrengungen nötig - und zusätzlich auch eine "ambitionierte Bundes-Klimapolitik", heißt es im Bericht.

Städte kämpfen gegen Treibhausgasemissionen

Manche Städte sind in der Planung schon weiter vorangeschritten, als es der Plan der Umweltministerin vorsieht: Kassel etwa will bis 2030 klimaneutral sein, Gießen und Frankfurt wollen das Ziel bis 2035 erreichen.

Ob sie das schaffen, wird davon abhängen, wie stark die Städte bereit sind, etwa an der Reduzierung von Verkehr durch Verbrennerautos zu arbeiten. Mit Luftreinhalteplänen und Fahrverboten versuchen sie, die Luftqualität zu verbessern. Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, dass die Treibhausgasemission in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts weltweit gesenkt werden muss.

Treibhausgasemissionen in Hessen bis 218

Im Jahr 2018 hatten sich die Treibhausgasemissionen in Hessen im Vergleich zum Ausgangsjahr 1990 bereits um 24,5 Prozent reduziert. In den kommenden neun Jahren müsste es allerdings noch deutlich vorangehen, um das Ziel zu erreichen, bis 2030 die Emissionen um 55 Prozent zu senken. Bis 2025 sollen 40 Prozent der Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. So sieht es die Klimaschutz-Charta vor, die am Montag unterzeichnet wurde.

Die Kommunen hätten eine Vorbildfunktion, sagt Johannes Heger, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Die Bürgerinnen und Bürger sollten die geplanten Klimaschutzmaßnahmen "vor der eigenen Haustür" sehen können.

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