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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Deutsche häufiger wegen psychischer Probleme krankgeschrieben

Gestresster Mann an Arbeitsplatz mit Ordner in der Hand und mit einer Kollegin

Anstieg bei psychischen Erkrankungen und Rückenbeschwerden, Rückgang bei Erkältungen. Laut Techniker Krankenkasse fehlten Arbeitnehmer voriges Jahr drei Wochen lang aus gesundheitlichen Gründen.

Viele Menschen empfinden ihren Job als zunehmend stressig. Außerdem arbeiten immer mehr im Sitzen, vor dem Computer. Beide Entwicklungen spiegeln sich in einem Vorabbericht des Gesundheitsreports 2020 wider, den die Techniker Krankenkasse (TK) am Freitag veröffentlichte.

Demnach waren Berufstätige in Hessen im vergangenen Jahr durchschnittlich 15,3 Tage krankgeschrieben - ähnlich lang wie im Vorjahr, als sie krankheitsbedingt 15,4 Tage fehlten. Jeweils 2,7 Fehltage gingen auf das Konto von psychischen Erkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen - beides Höchstwerte. Bei den Psycho-Diagnosen verzeichnete die Krankenkasse einen leichten Anstieg. "Gerade psychische Erkrankungen und auch Rückenschmerzen können lange Ausfallzeiten verursachen, die für die Betroffenen sehr belastend sind", sagt Barbara Voß, die Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Schwächere Erkältungs- und Grippewellen

Etwas weniger als im Jahr zuvor fehlten die Hessen 2019 an ihrem Arbeitsplatz aufgrund von Atemwegserkrankungen (2,6 Tage). Die TK führt dies auf schwächere Erkältungs- und Grippewellen Ende Februar und vor Weihnachten zurück.

Im bundesweiten Vergleich liegt Hessen ziemlich genau im Durchschnitt: In Deutschland insgesamt waren die Beschäftigten vergangenes Jahr 15,37 Tage lang krankgeschrieben, nach 15,49 Tagen im Jahr 2018. Wieder am seltensten meldeten sich die Arbeitnehmer in Baden-Württemberg (12,6 Tage) und in Bayern (13,3 Tage) krank. Die häufigsten Fehlzeiten gab es wie in den Vorjahren in Mecklenburg-Vorpommern (19,8 Tage), Sachsen-Anhalt (19,5 Tage) und Brandenburg (19,3 Tage).

Daten von rund 500.000 Versicherten ausgewertet

Auch deutschlandweit nahmen psychische Erkrankungen mit 2,89 Krankheitstagen die Spitzenposition bei den Ursachen für die Fehlzeiten ein. Noch nie zuvor seien Deutsche deswegen derart häufig krankgeschrieben gewesen, meldete die TK.

Die Techniker Krankenkasse legte ihrer Studie nach eigenen Angaben die Daten ihrer rund 5,3 Millionen Versicherten in Deutschland zugrunde. Für die hessischen Zahlen wertete sie die Daten von 481.914 Erwerbstätigen aus.

Sendung: hr-iNFO, 31.01.2020, 7.40 Uhr