Ein Atemalkoholtest-Gerät in der Hand eines Polizisten, dessen Anzeige 0,0 Promille anzeigt.
Innenminister Peter Beuth (CDU) fordert eine Null-Promille-Grenze für Lkw-Fahrer. Bild © picture-alliance/dpa

Innenminister Peter Beuth (CDU) hat am Mittwoch die Verkehrsunfall-Zahlen für 2018 vorgestellt. Dabei forderte er eine Null-Promille-Grenze für Lkw-Fahrer.

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"Berauschte Fahrzeugführer gefährden sich selbst und ihre Mitmenschen", sagte der Innenminister am Mittwoch bei der Präsentation der neuesten Verkehrsunfallstatistik. Das gelte besonders für Lkw-Fahrer mit ihren großen und schweren Fahrzeugen.

In Hessen gab es vergangenes Jahr 382 Verkehrsunfälle mit alkoholisierten Lkw-Fahrern. Anfang des Jahres hatte die hessische Polizei in einer großangelegten Aktion rund 1.200 Lastwagenfahrer kontrolliert. 190 von ihnen hatten Alkohol getrunken.

Beuth will Bundesgesetz mit Null-Promille-Grenze

Das Alkoholverbot soll nach dem Willen des Innenministers im Güterverkehr für Berufskraftfahrer gelten, die in Fahrzeugen ab einem Gewicht von 2,8 Tonnen unterwegs sind. Es sei nicht nachvollziehbar, dass 18-jährige Fahranfänger mit ihren Kleinwagen eine Null-Promille-Grenze einhalten müssten, ein Sattelzugfahrer dagegen mit bis zu 0,49 Promille im Blut noch durch enge Baustellen fahren dürfe. Beuth will sich auf Bundesebene für eine Gesetzesverschärfung einsetzen.

Um den Kontrolldruck zu erhöhen, stellte die Polizei für den Bereich Südosthessen und Südhessen einen Kastenwagen mit Videoüberwachung vor. Das Fahrzeug soll Lkw-Fahrer während der Fahrt filmen und Verstöße dokumentieren, so zum Beispiel, wenn Fahrer am Lenkrad fernsehen.

Mehr Tote als 2017 - Polizei verstärkt Videostreifen

Insgesamt war die die Zahl der Verkehrsunfälle auf Hessens Straßen im vergangenen Jahr erstmals seit 2014 wieder rückläufig. Insgesamt krachte es 2018 knapp 147.000 Mal, das sind rund 3.000 Unfälle weniger als noch ein Jahr zuvor. Allerdings stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der Todesopfer: 239 Menschen kamen 2018 bei Verkehrsunfällen ums Leben. Damit waren 26 Todesfälle mehr zu beklagen als 2017.

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Um Fahrer besser kontrollieren zu können, sollen künftig mehr Videostreifen eingesetzt werden – insgesamt 14 Fahrzeuge. Ein Pilotbetrieb habe gezeigt, dass neben Rettungsgassenverstößen die Kameras bei einer Vielzahl von anderen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten eingesetzt werden könnten: Handy-Verstöße, Trunkenheitsdelikte, Gefährdungsdelikte wie Nötigung oder Abstandsverstöße, Gaffen oder gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr.

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Verkehrstote in Hessen

Im Jahr 2018 sind bei Verkehrsunfällen in Hessen 239 Menschen ums Leben gekommen. Das waren 26 Todesfälle mehr als im Vorjahr. Der Langzeitvergleich zeigt, dass die Straßen heute deutlich sicherer sind als noch vor zehn Jahren: 2009 kamen 309 Menschen auf hessischen Straßen zu Tode. Die Zahl der Schwerverletzten blieb auf dem Vorjahresniveau (2017: 4.644; 2018: 4.630) und ist im Zehnjahresvergleich ebenfalls deutlich gesunken (2009: 5.009).
Quelle: Hessisches Verkehrsministerium

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Sendung: hessenschau kompakt, 20.03.2019, 16.45 Uhr