Fotocollage aus Bildern von Mietfahrraedern der Marken Call a Bike, LimeBike, nextbike, BYKE
Mischen im Leihrad-Markt in Hessen mit: Call a Bike, nextbike, LimeBike und Byke Bild © Kombo: hessenschau.de, Imago, picture-alliance/dpa

Leihfahrräder gehören in vielen Städten zum Straßenbild. Inzwischen können sie in zwölf hessischen Städten angemietet werden. Bei Problemen mit beschädigten oder gestohlenen Rädern lassen sich die Anbieter nur ungern in die Karten schauen.

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"Der Ausblick vom Riesenrad in Wiesbaden", schreibt uns hessenschau.de-Nutzer Holger Schermann zu seinem Foto. Haben Sie auch ein außergewöhnliches Bild aus Hessen? Dann schicken Sie uns Ihr Foto an foto@hessenschau.de.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Viele kaputte und verschwundene Leihräder in Wiesbaden

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Der Grundgedanke ist simpel: Wer nicht mit Bahn, Bus oder dem Auto von A nach B fahren möchte und kein eigenes Rad zur Hand hat, schnappt sich ein Leihfahrrad. Größter Anbieter in Hessen ist das Bahn-Unternehmen Call a Bike mit Mieträdern in sechs Städten. Im boomenden Leihrad-Markt hat der Platzhirsch binnen zwei Jahren Konkurrenz bekommen: Mit Byke, LimeBike, nextbike und meinRad gibt es inzwischen vier weitere Anbieter in Hessen.

Auflistung der Verteilung von Mietfahrraedern bzw- Leihfahrraedern in Hessen (Teil 1)
Bild © hessenschau.de
Auflistung der Verteilung von Mietfahrraedern bzw- Leihfahrraedern in Hessen (Teil 2)
Bild © hessenschau.de

In Frankfurt hatte außerdem oBike ein kurzes Gastspiel, wegen etlicher verwahrloster Fahrräder allerdings für Ärger gesorgt. Inzwischen sammelt die Stadt die verwaisten Räder des angeschlagenen Verleihers ein. Nach den Erfahrungen mit wahllos abgestellten Rädern hatte Frankfurt im Dezember vergangenen Jahres die Reißleine gezogen und Regeln für die Verleiher erstellt. Andere Städte sind inzwischen diesem Beispiel gefolgt. (Die wichtigsten Regeln finden Sie hier.)

Vandalismus und Diebstahl

Trotzdem kommt es weiter vor, dass die Räder beschädigt oder gar gestohlen werden. Mit solchen Fällen hat derzeit meinRad der Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE besonders zu kämpfen. Kurz nach dem Start im August waren binnen kurzer Zeit 100 der rund 500 meinRad-Bikes verschwunden.

Kaputtes Obike
Kaputt: ein oBike am Straßenrand Bild © picture-alliance/dpa

Ein Grund laut dem Anbieter: In den ersten Wochen habe es rund 1.000 falsche Kunden-Registrierungen gegeben. Nach Angaben einer ESWE-Sprecherin war dies durch Fake-Accounts möglich gewesen, die man sich im Internet samt Namen, Adresse und Bankdaten mit IBAN- sowie Kreditkartennummer herunterladen kann.

Als Konsequenz hat meinRad das Anmeldeverfahren geändert. Kunden müssen nun nach der Registrierung in der App persönlich in der Mobilitätszentrale einen Lichtbildausweis sowie eine EC- oder Kreditkarte vorlegen. "Langfristig soll das Anmeldeverfahren aber wieder nur über die App möglich sein", so die ESWE-Sprecherin.

Instandhaltung der Räder

Die anderen Anbieter haben eigenen Angaben zufolge derzeit selten zerstörte oder gestohlene Räder zu beklagen. Auf Nachfrage des hr wollte allerdings keines Unternehmen genaue Zahlen nennen oder die Kosten beziffern. Die Anbieter sprechen allenfalls von geringen Fällen im unteren einstelligen Prozentbereich. Auch gefälschte Kundenprofile sind den Angaben zufolge lediglich Einzelfälle.

Überschaubare Mängel lassen die Anbieter meist auf der Straße reparieren, bei größeren Schäden kommen die Drahtesel in eine unternehmenseigene Werkstatt. Lediglich nextbike lässt seine Räder von einem Serviceteam an Ort und Stelle wieder in Gang bringen.

Weitere Informationen

Regeln für Leihräder

Bei allen Anbietern sind die Kunden aufgefordert, sich an Regeln zu halten. Dazu zählt etwa, dass Räder ordnungsgemäß an öffentlichen Plätzen abgestellt werden müssen. Der Verkehr darf nicht behindert werden. Ein- und Ausfahrten dürfen nicht zugestellt werden. Gleiches gilt für Bordsteinabsenkungen, Zugangswege zum ÖPNV, Blindenleitsysteme und Fußgängerüberwege. Zudem muss ausreichend Platz für Rollstühle und Kinderwägen bleiben.

Drei der Anbieter (Call a Bike, nextbike, meinRad) arbeiten mit festen Stationen, an denen die Räder abgeholt und zu denen sie wieder zurückgebracht werden sollen. Lediglich Räder von Call a Bike können auch an anderen Orten abgestellt werden. Die beiden anderen Verleiher (Byke und LimeBike) haben hingegen ein sogenanntes "freeflowting system", also keine feste Stationen.

Byke hat einige Stadtteile, die überwiegend außerhalb des Stadtzentrums liegen und als unrentabel oder riskant gelten, aus seinem Geschäftsgebiet ausgeschlossen. Räder, die dort abgestellt werden, würden zeitnah von einem Serviceteam abgeholt, so ein Sprecher.

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5 Kommentare

  • Ich vermute mal dass in Hanau der Anbieter BYKE ausgestiegen ist. Es stehen keine Fahrräder zum verleihen mehr zu Verfügung.

  • In Langen und den angrenzenden Gemeinden war BYKE mit großem Tamtam gestartet und wurde auch durchaus genutzt. Seit August sind sie verschwunden, das Unternehmen begründet das mit zu geringer Auslastung und zu hohen Schäden.

    Schade. Auch wenn die Fahrräder für Menschen über 1,80 etwas zu klein waren, war das doch ein guter Service.

    Mit dem Abzug aus den Orten (und einer Preissteigerung auf mehr als das Doppelte), haben sie jedoch für mich jede Attraktivität verloren. In Frankfurt nutze ich dann lieber wieder Call a Bike, dessen Räder von deutlich höherer Qualität sind.

  • Die Ausleihe bei ESWE-Mein Rad hatte nicht einwandfrei per App geklappt - o.k. Kinderkrankheiten.
    Aber dass bereits nach so kurzer Zeit nach Einführung die Räder in teilweise ramponiertem Zustand waren, kam nicht von ungefähr.
    Selbst ESWE hätte auffallen müssen, dass in den ersten Wochen erstaunlich viele Jugendliche (oft mit Migrationshintergrund) mit diesen Rädern unterwegs waren und sich auch selbiger Personenkreis oft an den Mietstationen zusammenrottete.
    Bereits da konnte man davon ausgehen, dass die angeblichen "Ausleihen" nicht mit rechten Dingen vorgingen.

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