Collage aus dem Modell für das Schönhof-Viertel und einem Foto des Geländes
Auf dem ehemaligen Siemens-Gelände in Frankfurt sollen 2.000 neue Wohnungen entstehen. Bild © Instone Real Estate/UGNHWS (Collage: hessenschau.de)

Die Wohnungsknappheit im Rhein-Main-Gebiet ist jetzt schon enorm, und es wird wohl noch schlimmer. Zwei neue Viertel sollen die Lage verbessern. In einem Fall ist der Widerstand heftig.

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Bis zum Jahr 2030 werden in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet insgesamt 184.000 Wohnungen fehlen - das hat der Regionalverband FrankfurtRheinMain berechnet. Allein in Frankfurt wird es dann der Prognose zufolge etwa 70.000 Wohnungen zu wenig geben.

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Regionalverband

Der Regionalverband FrankfurtRheinMain soll sicherstellen, dass sich Frankfurt und seine Nachbarkommunen bei der Stadtentwicklung im Ballungsraum absprechen und Projekte koordinieren Er weist Flächen aus, auf denen gebaut werden könnte. Dem Verband gehören 75 Städte und Gemeinden der Region mit insgesamt 2,3 Millionen Einwohnern an.

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Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, setzt der Regionalverband auf verschiedene Strategien. So soll auf einem ehemaligen Firmengelände in Bockenheim ein komplett neues Stadtviertel entstehen. Aber auch freie Flächen, auf denen bisher noch Äcker sind, rücken in den Fokus - so wie am Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach.

"Schönhof-Viertel" in Frankfurt-Bockenheim

Modell Schönhof-Viertel
Viel Grün und ein zentraler Platz - so soll das "Schönhof-Viertel" aussehen. Bild © Instone Real Estate Development GmbH

Anzahl an Wohnungen: Es sollen 2.000 Wohnungen entstehen, 30 Prozent davon sollen gefördert werden.

Ort: Das Viertel soll auf dem ehemaligen Siemens-Gelände in Frankfurt-Bockenheim entstehen, zwischen der Rödelheimer Landstraße und der Ludwig-Landmann-Straße.

Fläche: 125.000 Quadratmeter, also die Hälfte des Areals, haben die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte und der Wohnentwickler Instone Real Estate erworben. Auf dieser Fläche entsteht das Viertel, das sich noch weiter Richtung Ludwig-Landmann-Straße ausdehnen könnte.

Verkehrsanbindung: Durch das bestehende Netz aus Bus, U- und S-Bahn ist das Gebiet gut angebunden.

Aktueller Stand: Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat die Pläne für das neue Viertel Anfang Juli vorgestellt. Schon im kommenden Jahr könnten die Bauarbeiten beginnen.

Besonderheiten: Mitten im neuem Viertel soll ein großer Platz entstehen. Neben einem Zentrum mit Ärzten, Supermarkt und Einzelhändlern soll dort auch eine Hybridschule angesiedelt sein: Unten wird in Klassenräumen gelernt, darüber befinden sich Wohnungen.

Karte, auf der der neue Stadtteil "Schönhof-Viertel" im Westen von Frankfurt markiert ist
Das vorgesehene Areal liegt westlich der Innenstadt in Bockenheim. Bild © Google Maps

Wohnviertel am Main-Taunus-Zentrum

Anzahl an Wohnungen: Auf dem Gelände könnten Wohnungen für etwa 6.000 Menschen entstehen.

Ort: Das Viertel soll nordwestlich vom Main-Taunus-Zentrum entstehen und das Einkaufszentrum gewissermaßen einrahmen. Die viel befahrene Bundesstraße 8 führt nach der aktuellen Planung durch das Viertel.

Fläche: Für das neue Viertel ist eine Fläche von 700.000 Quadratmetern vorgesehen. Auf dem Großteil des Areals befinden sich momentan noch Äcker.

Verkehrsanbindung: Bisher ist das Main-Taunus-Zentrum sehr schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, der nächste Bahnhof liegt über zwei Kilometer entfernt. Der Regionalverband hat zusammen mit einem Archtitekturbüro verschiedene Mobilitätskonzepte entworfen, um die Anbindung zu verbessern.

Aktueller Stand: Die Idee, hier ein Wohnviertel entstehen zu lassen, ist noch relativ neu. Wie die Häuser dort aussehen könnten oder wann mit dem Bau begonnen werden könnte, steht nicht fest.

Besonderheiten: Noch ist der Gegenwind für das Projekt groß. Die Fläche, auf der das Viertel entstehen könnte, gehört zu drei Kommunen: Sulzbach, Frankfurt und Liederbach. Frankfurt bemängelt vor allem die fehlende Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Sulzbachs Bürgermeister Elmar Bociek (CDU) befürchtet ein "künstliches Ortsbild" in der direkten Nachbarschaft und sieht viele Fragezeichen, was die Gestaltung anbelangt. Liederbachs Bürgermeisterin Eva Söllner (CDU) steht dem Projekt positiver gegenüber. Für sie steht die Notwendigkeit neuer Wohnungen im Vordergrund.

Karte, auf der eingezeichnet ist, wo am MTZ das neue Wohnviertel entstehen soll
Das Wohnviertel soll das Main-Taunus-Zentrum ein Stück weit einrahmen. Bild © Google Maps

Wo sonst in Frankfurt noch gebaut wird

Seit April laufen die Bauarbeiten im neuen Hafenpark-Quartier in der Nähe der Europäischen Zentralbank. Hier sollen in den nächsten Jahren 600 Wohnungen entstehen. Am Rebstockgelände in der Nähe der Frankfurter Messe sind 1.000 Wohnungen geplant.

Auch im benachbarten Europaviertel, in dem aktuell 18.000 Menschen wohnen, wird noch gebaut. Die entstehenden Wohnungen sind allerdings schon verkauft.