Notaufnahme in einem Krankenhaus
Notaufnahme in einem Krankenhaus Bild © picture-alliance/dpa

Um die medizinische Versorgung auf dem Land sicherzustellen, sollen Kliniken finanzielle Hilfen bekommen. Davon profitieren wohl auch sieben Krankenhäuser in Hessen. Es geht um jeweils 400.000 Euro.

Audiobeitrag
Notaufnahme in einem Krankenhaus

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ländliche Krankenhäuser bekommen zusätzliches Geld

Ende des Audiobeitrags

Bundesweit 120 Kliniken, die wichtig für die Notfallversorgung auf dem Land sind, aber finanzielle Probleme haben, sollen vom kommenden Jahr an gefördert werden - mit jeweils 400.000 Euro. Darauf haben sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) geeinigt. In Hessen sollen davon sieben Kliniken profitieren. Das bestätigte der GKV-Spitzenverband, vorher hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet.

Auf der Liste: Kliniken aus Nord-, Ost- und Mittelhessen

Laut GKV geht es um vier Kliniken in Nordhessen: das Klinikum Werra-Meißner in Eschwege, das Kreiskrankenhaus Frankenberg, das Stadtkrankenhaus Korbach (beide Waldeck-Frankenberg) und die Schwalm-Eder-Kliniken in Schwalmstadt. In Osthessen sollen das Klinikum Gersfeld (Fulda) und das Kreiskrankenhaus Rotenburg an der Fulda (Hersfeld-Rotenburg) gefördert werden. In Mittelhessen wurde das Medizinische Zentrum Eichhof in Lauterbach (Vogelsberg) ausgewählt.

Diese sieben Kliniken in Hessen sollen zusätzliches Geld erhalten.
Diese sieben Kliniken in Hessen sollen zusätzliches Geld erhalten. Bild © hr

"Gemeinsam mit den Klinikvertretern haben wir eine gute Entscheidung getroffen, damit die Menschen auch in Zukunft gerade bei Notfällen ein Krankenhaus für die Erstversorgung in ihrer Nähe haben", so Stefanie Stoff, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes. Endgültig beschlossen ist die Förderung der insgesamt 120 Kliniken allerdings noch nicht. "Derzeit laufen noch die notwendigen Gremienbeschlüsse", so Pressesprecher Florian Lanz. "Wir gehen aber davon aus, dass sich an der Liste nichts mehr ändern wird."

Ländliche Kliniken stecken finanziell oft in der Klemme

Hintergrund des sogenannten "Sicherstellungszuschlags" ist die schwierige Lage der Krankenhäuser auf dem Land: Normalerweise finanzieren sich Kliniken über Fallpauschalen - für jeden Patienten gibt es Geld. In dünn besiedelten Gebieten kommen oft aber nicht genügend Patienten zusammen, um die laufenden Kosten zu decken. Trotzdem werden die Kliniken dort gebraucht - vor allem für Notfälle und Geburten.

Die Finanzspritze soll sichergestellen, dass diese Krankenhäuser nicht schließen müssen. Ein Wermutstropfen für die Kliniken: Das Geld kommt aus dem Topf für den Pflegezuschlag, der allen Krankenhäusern – auch den städtischen – ab nächstem Jahr entzogen wird.

Sendung: hr-iNFO, 08.07.19, 12.20 Uhr