Die Grafik zeigt eine Sujetbild vom Arbeitsamt, worauf die aktuellen Zahlen geschrieben sind. Die Quote erhöhte sich von 5,9% im Juli auf 6,0% im August.

Durch die Auswirkungen der Corona-Krise ist die Arbeitslosigkeit in Hessen im August leicht gestiegen. Die Quote von 6,0 ist die höchste in einem August seit zehn Jahren. Die Zahl der Betriebe mit Kurzarbeit ist derweil zurückgegangen.

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In Hessen waren im August insgesamt 208.467 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit stieg die Zahl der Erwerbslosen im fünften Monat in Folge, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Das waren 56.058 mehr als im August 2019 und 4.226 mehr als im Vormonat Juli, was einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent bedeutet.

Nach Angaben von Frank Martin, dem Leiter der Regionaldirektion Hessen, ist das die höchste Arbeitslosenquote in einem August in Hessen seit zehn Jahren. Martin schätzte, dass etwa 50.000 Menschen aufgrund der Corona-Pandemie ohne Job sind, also etwa jeder vierte Arbeitslose.

Das liege vor allem daran, dass viele Unternehmen gerade nicht bereit seien, Mitarbeiter einzustellen, vor allem im verarbeitenden Gewerbe, im Messebereich und in der Flugbranche.

Schwierige Lage auf dem Ausbildungsmarkt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Corona und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im August

Ein Bäcker knetet Brotteig für Vollkornbrote und wendet sie in Mehl.
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"Wir hatten im zweiten Quartal sehr stark die Beobachtung, dass in größerem Umfang tatsächlich auch Menschen freigesetzt wurden", erklärte Martin. "Inzwischen kann man sagen, dass ein Großteil des arbeitsmarktlichen Problems dadurch gegeben ist, dass Unternehmen nicht einstellen." Regional sei besonders das Rhein-Main-Gebiet betroffen, also Offenbach, Hanau, Frankfurt, Bad Homburg, und Wiesbaden; weniger dagegen der Vogelsbergkreis und Nordhessen.

Zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt sagte Martin: "Wir haben Betriebe, die unsicher sind, ob sie es sich leisten können, eine Auszubildendenperson einzustellen, die sie letztlich ein, zwei, drei Jahre aktiv begleiten und zu einer Ausbildung bringen wollen. Das kostet das Unternehmen Geld, das kostet das Unternehmen Kraft." Viele Unternehmen seien aktuell mit anderen Themen beschäftigt.

Die Zahl der Betriebe mit Kurzarbeit ging laut Martin im August auf etwa 40.000 zurück. In den Monaten März und April waren noch insgesamt 52.319 Anzeigen von Unternehmen auf Kurzarbeit eingegangen - damit griffen fast ein Drittel aller hessischen Betriebe auf Kurzarbeit zurück. Die Zahl der potenziell betroffenen Personen hatte die Arbeitsagentur mit fast 700.000 beziffert.

Arbeitslosenquote im Juli bei 5,9 Prozent

Im Juli waren zum Stichtag 204.241 Männer und Frauen arbeitslos. Das waren etwa 7.100 Menschen mehr als im Juni dieses Jahres und gut 51.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Quote erhöhte sich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 5,9 Prozent. Allerdings steigt die Arbeitslosigkeit im Juli üblicherweise. Denn vor den Sommerferien stellen weniger Betriebe neue Mitarbeiter ein und Ausbildungsverhältnisse enden.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 01.09.2020, 12.50 Uhr