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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Horrende Mieten für Franfurter Studentenwohnungen

Studentenwohnung im Hausener Weg in Frankfurt

Im Frankfurter Stadtteil Hausen sollte eigentlich bezahlbarer Wohnraum für Studenten und Flüchtlinge entstehen. Doch die Mieten für die Studenten-Apartments gehen durch die Decke. Die Stadt zeigt sich enttäuscht vom Investor. 

Ein paar Klicks und auch Studenten finden auf dem engen Frankfurter Wohnungsmarkt ein Apartment - zum Beispiel im Hausener Weg: 35 Quadratmeter für 1.157,96 Euro Kaltmiete, möbliert, Tiefgaragenstellplatz inklusive. Das klingt nach Luxus-Studentenbude.

Student Oliver Irlbacher aus der Oberpfalz hat sich trotzdem für ein Zimmer in dem Wohnheim entschieden. Er zahlt dort 570 Euro warm für 13 Quadratmeter. Möbliert, inklusive Fußbodenheizung und Internet. "Ich habe mich ziemlich schnell entschieden. Ich habe keine Zeit viele Wohnungen zu besichtigen", sagt er. Bis auf die undichten Fenster sei er zufrieden.

Geflüchtete und Studenten wohnen zusammen

Was der angehende Medieninformatiker und seine studentischen Nachbarn nicht wussten ist, dass auch Geflüchtete in dem Gebäude wohnen werden. Diese Information hätten sie nicht vom Investor "Solidare Real Estate Group" erhalten, sondern erst als Frankfurts Sozialdezernat zur Eröffnung der neuen Unterkunft einlud. Dass Flüchtlinge auch dort leben werden, sei kein Problem, sagt der Student. Aber das Ganze sei nicht transparent gewesen, sagt Irlbacher.

Die Stadt Frankfurt hat dem Gebäude im Hausener Weg über den Evangelischen Verein für Wohnraumhilfe 88 Wohneinheiten für Geflüchtete angemietet. Flüchtlinge und Studenten sollen in den fast 200 Wohneinheiten zusammenleben. "Diese Art von Projekt ist neu", sagt Frankfurts Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Dass die Mieten für die Studenten jetzt so hoch sind, enttäusche sie sehr. Die Stadt sei "gutgläubig" gewesen.

Kann sich nicht jeder leisten: Studentenwohnheim im Hausener Weg in Frankfurt

Im Jahr 2018 hatte ein Mitarbeiter von "Solidare Real Estate Group" in einer Ortsbeiratssitzung noch erklärt, dass die Micro-Apartments rund 430 Euro Miete kosten werden. Nun liegen sie nach Angaben der Stadt im Durchschnitt bei 685 Euro. Die Begründung des Investors: die Apartments seien möbliert. Damit unterlägen sie nicht der Preisbindung.

Stadt will prüfen

Die Stadt will nun prüfen, ob alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten wurden. "Manchmal handelt es sich um eine Art Etikettenschwindel, wenn das Label Studentenwohnheim drauf steht", sagt Mark Gellert, der Sprecher des Planungsdezernat. "Wir prüfen gerade intensiv, ob es sich hier nicht um eine Mietpreisüberhöhung handelt. In solchen Fällen wäre möglicherweise der Mietspiegel anzuwenden", sagt er.

Das Unternehmen "Solidare Real Estate Group" hat sich auf hr-Anfrage bisher nicht zu den Preissteigerungen geäußert.

Sendung: hr-iNFO, 21.07.2019, 10.13 Uhr