Besucher auf der IAA.

Die Hotel- und Gastronomiebranche rechnet nach dem Aus der Automesse IAA in Frankfurt mit immensen Umsatzeinbußen. Bis zu 100 Euro habe ein IAA-Besucher täglich ausgegeben. Die Hoffnung: eine andere große Messe als Ausgleich.

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"Diese Entscheidung ist ein schwarzer Tag in der Messe-Historie Frankfurts", teilte der Branchenverband DEHOGA Hessen am Donnerstag mit. "Insbesondere die Dienstleistungsbranche wird dies mit immensen Umsatzeinbußen bezahlen müssen."

Bis zu 100 Euro täglich pro Besucher

Welche finanziellen Ausfälle der Branche konkret drohen, lässt sich nach DEHOGA-Angaben allerdings nur schwer abschätzen. Robert Mangold, Vorsitzender des Fachbereichs Gastronomie, sagte, man gehe davon aus, dass ein IAA-Tagesbesucher in Frankfurt zuletzt rund 30 Euro ausgegeben hat, ein Übernachtungsgast etwa 60 bis 100 Euro.

Die IAA 2019 fand vom 12. bis 22. September statt - elf Tage lang. Insgesamt kamen mehr als 560.000 Besucher.

Wie viele Übernachtungsgäste Frankfurt während der IAA in den vergangenen Jahren hatte, ist unklar. Die Zahlen würden monatlich ausgewertet, nur nicht anhand einer bestimmten Veranstaltung, hieß es von der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt. Auch Hoteliers selbst könnten nicht genau abschätzen, wie viele Übernachtungsgäste ihnen durch den Wegfall der IAA verloren gingen.

Gastronomen hoffen auf Alternative

Kerstin Junghans, Leiterin der DEHOGA-Geschäftsstelle Frankfurt Rhein-Main, betonte, für die Gastronomie sei es jetzt wichtig, die Automechanika in Frankfurt zu sichern und eine neue Branchenschau an den Main zu holen. Auch wenn feststehe, dass eine über 70 Jahre hinweg gewachsene Messe wie die IAA sich nicht einfach wettmachen lasse. "Das wird Zeit brauchen", sagte Junghans.

Am Mittwochabend hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) unter sieben deutschen Bewerber-Städten eine Vorauswahl getroffen und sich schon in der ersten Runde gegen Frankfurt entschieden. Im Rennen bleiben Berlin, Hamburg und München. Die endgültige Entscheidung für den neuen Standort soll in den nächsten Wochen fallen.

"Wir sind sicher, dass Frankfurt eine Neuausrichtung mit Bravour gemeistert hätte", sagte Eduard Singer, Vorsitzender des DEHOGA-Kreisverbandes Frankfurt. Die IAA an einem anderen Standort zu platzieren, halte man für "schlichtweg falsch und das Ende der IAA."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 30.01.2020, 16.45 Uhr