Kundenschwund und weniger Aufträge: Die finanzielle Situation der meisten hessischen Unternehmen ist in der Corona-Krise schlechter geworden. Das ergibt eine hr-Umfrage. Mit Kurzarbeit konnten viele Firmen jedoch eine größere Kündigungswelle verhindern.

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zum Video hr-Umfrage: Unternehmen erwarten keine schnelle Erholung

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Die Corona-Pandemie sorgt in den hessischen Betrieben für große Verunsicherung, auch wenn manche Unternehmer bis Jahresende einen leichten konjunkturellen Aufwärtstrend erwarten. Das legen die Ergebnisse einer Online-Umfrage des Hessischen Rundfunks nahe, an der sich insgesamt 200 Unternehmen beteiligt haben.

Für die Umfrage angeschrieben wurden 519 Betriebe in Hessen, sowohl kleinere Mittelständler als auch bekannte, multinationale Konzerne.

Viele der befragten Betriebe (knapp 60 Prozent) berichten von Auftragsrückgängen und/oder Kundenschwund, bei 58 Prozent ist die finanzielle Situation seit Anfang März "schlechter" oder "deutlich schlechter" geworden.

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Kurzarbeit ist wichtiges Krisen-Instrument

Mehr als jedes zweite Unternehmen (57 Prozent) hat inzwischen Kurzarbeit angemeldet. In den betroffenen Betrieben ist im Durchschnitt sogar fast die Hälfte der Belegschaft (46 Prozent) in Kurzarbeit.

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Umfrage in hr-Sendung "mex"

Ausführliche Ergebnisse der Umfrage gibt es am Mittwoch im hr-fernsehen in der hessenschau, 19.30 Uhr, und bei mex, 20.15 Uhr, sowie morgens im Radio bei hr-iNFO.

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Damit konnten viele Betriebe vorerst eine größere Welle an betriebsbedingten Kündigungen verhindern, nur jeder zehnte Betrieb hat Mitarbeiter bis dato tatsächlich entlassen.

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Allerdings gibt auch gut jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) an, Arbeitsplätze bereits abgebaut zu haben, indem Arbeitsverträge ausgelaufen sind oder nicht verlängert wurden. Dieser Trend könnte sich bis Jahresende fortsetzen: Fast jedes vierte Unternehmen in Hessen (23 Prozent) plant einen Stellenabbau, wohingegen nur knapp 10 Prozent neue Arbeitsplätze schaffen wollen.

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Unternehmen bewerten Krisenpolitik positiv

Positiv bewerten die meisten Unternehmen die Krisenpolitik von Bundes- und Landesregierung. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) begrüßt die bisherigen Finanzhilfen und milliardenschweren Rettungspakete. Lediglich gut jeder zehnte Betrieb (13 Prozent) wünscht sich mehr Unterstützung seitens der Politik.

Auch wenn die Rettungspakete begrüßt werden: Die meisten der befragten Unternehmen versuchen, abgesehen vom Instrument der Kurzarbeit, ohne Staatshilfe durch die Krise zu kommen. Nur knapp 6 Prozent haben einen Hilfskredit beantragt, 3 Prozent haben einen Zuschuss erhalten, weniger als 2 Prozent haben eine Staatsbürgschaft in Anspruch genommen. Eher beantragen die Unternehmen noch eine Steuerstundung (knapp 15 Prozent).

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Mehrwertsteuersenkung lässt viele Unternehmer kalt

Beim Blick in die nähere Zukunft erwartet fast jedes dritte Unternehmen in der hr-Umfrage (knapp 31 Prozent), dass sich die eigene Lage bis Jahresende wieder verbessert, 21 Prozent hingegen erwarten eine weitere Eintrübung der Geschäfte. Knapp die Hälfte (48 Prozent) geht von keiner nennenswerten Änderung der Krisensituation aus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Umfrage: Befragte Unternehmen beanspruchen kaum Finanzhilfe

Covid-19-Kurzarbeitsbeihilfe
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Zurückhaltend zeigen sich die Unternehmen auch bei der Frage nach der Mehrwertsteuer, die zum 1. Juli hin gesenkt wurde. Fast 68 Prozent glauben, dass die Wirkung der Steuersenkung verpuffen wird. Dass die Steuersenkung bis Jahresende befristet ist, begrüßt die Mehrheit (59 Prozent) der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 15.7.2020, 16.45 Uhr