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Bild © hr (Klaus Pradella)

Die Stadt Gießen steht am Freitag ganz im Zeichen des Klimaschutzes und der Verkehrswende. Für Autofahrer heißt das auf vielen Straßen in der Innenstadt: Wir müssen draußen bleiben. Ein einmaliges Erlebnis soll das aber nicht bleiben.

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hs

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"Einen Tag lang", sagt Jörg Bergstedt, "wollen wir simulieren, wie schön Gießen sein könnte, wenn nicht alles mit Asphalt und Karren voll ist." Dieser Tag ist am Freitag gekommen. Mehrere Straßen in der Innenstadt wurden gesperrt, damit ein Zusammenschluss von Verkehrswende-Initiativen und "Fridays for Future"-Schülerdemonstranten durch eine autofreie Stadt ziehen konnten. Zu Fuß, mit dem Rad und dem zusammengeschusterten Modell einer Straßenbahn. Bergstedt von der Projektwerkstatt in Reiskirchen/Saasen hatte die Aktion angestoßen.

Für die Wunschvorstellung einer autofreien Innenstadt ließen sich nach Angaben von mittelhessen.de bis zu 1.000 Teilnehmer begeistern. Sie werben mit ihrem Demozug vom Seltersweg bis zum Neustädter Tor um ein neues, altes Gießen – mit Fahrradstraßen und eben einer Straßenbahn, wie es sie bis Mitte des 20. Jahrhunderts in der Unistadt gegeben hat. Bis 22 Uhr sollen die Straßensperrungen zur Feier des Tages bestehen bleiben.

"Noch keinen Zentimeter autofrei erkämpft"

Unter die Demonstranten mischte sich am Mittag auch die Gießener Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich. Die Grünen-Politikerin schien vielen der Vorschläge zugeneigt. "Ich finde es toll, dass da jetzt so eine Aktivität entstanden ist – über die 'Fridays for Future' und jetzt diese Aktion mit der Verkehrswende. Denn nur wenn dies auch eine gesellschaftliche Mehrheit findet, können wir das auch umsetzen."

Wird die autofreie Utopie also bald Wirklichkeit? Initiiator Bergstedt sieht sich und seine Mitstreiter am Anfang eines langen Wegs: "Der Erfolg, den ich sehe, ist, dass es jetzt inzwischen ein Stadtthema geworden ist und tatsächlich ganz viele über unseren ja sehr weit gehenden Plan reden." Zugleich sagt er: "Wir haben natürlich noch keinen Zentimeter autofrei erkämpft."

Sendung: hr4, 3.5.2019, 15.30 Uhr