Streikende Ärzte am Marburger Hauptbahnhof

Bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen: Viele hundert Ärzte der hessischen Uni-Kliniken in Frankfurt, Gießen und Marburg haben einen Tag lang gestreikt. Für Patienten gab es Notdienste.

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hs
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Ärzte an den hessischen Uni-Kliniken in Frankfurt, Gießen und Marburg haben bei einem eintägigen Warnstreik ihre Arbeit niedergelegt. Damit wollten sie am Dienstag den Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen mit dem Land erhöhen. An einer zentralen Kundgebung in Marburg beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Marburger Bund etwa 600 bis 700 Menschen.

Wie viele Mediziner insgesamt an den drei Klinikstandorten streikten, sei unklar. Für Notfälle gab es der Gewerkschaft zufolge Notdienstvereinbarungen.

Der Marburger Bund fordert für die mehr als 2000 betroffenen Ärzte an den Uni-Kliniken unter anderem bessere Arbeitsbedingungen. Darunter zwei arbeitsfreie Wochenenden pro Monat und Erholungszeiten zwischen Bereitschaftsdiensten und Schichten. Hinzu kommen höhere Kinderzuschläge und vor allem eine Tarifsteigerung von 6,9 Prozent.

Land findet sich fair

Zwei Verhandlungsrunden gab es in Hessen zwischen den Tarifpartnern schon, im Oktober und im Januar. Das für die Kliniken zuständige Land sprach von einem fairen und angemessenen Angebot, das es den Medizinern unterbreitet habe: Man biete nicht nur ein "ordentliches Plus" von mehr als fünf Prozent, sondern lege noch das Landesticket oben drauf, sagte Verhandlungsführer Staatssekretär Stefan Heck.

Die Linksfraktion im Landtag hat sich an die Seite der Ärzte gestellt. Ihre Abgeordnete Christiane Böhm findet: "Die Arbeitsbedingungen in den hessischen Kliniken müssen sich für alle Berufsgruppen verbessern." Die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens gefährde das Wohl der Patienten.

Nächste Eskalationsstufe?

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Böhm erinnerte an die Drohung von Ärzten im Saarland und in Rheinland-Pfalz, die in einer ähnlichen Situation inzwischen mit unbefristeten Streiks drohen. Ein unbefristeter Ärzte-Streik ist in Hessen bisher aber nicht in Sicht. Der nächste Verhandlungstermin der Tarifpartner ist für den 27. Februar geplant.

Auch bundesweit protestierten Uni-Klinikärzte - es laufen Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). An einer zentralen Demonstration in Hannover beteiligten sich laut Polizei rund 3.000 Ärzte. Hessen gehört der Tarifgemeinschaft nicht an und verhandelt daher in Eigenregie.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 04.02.2020, 19.30 Uhr