Mit seinem charakteristischen Knick in der Fassade sticht der Omniturm zwischen den Hochhäusern in der Innenstadt hervor.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden auf dem Immobilienmarkt sichtbar. Im Rhein-Main-Gebiet steigt die Zahl der untervermieteten Büroräume stark an. Für zunehmenden Leerstand hingegen gibt es noch eine andere Erklärung.

Die Corona-Pandemie zeigt erste Auswirkungen auf den Frankfurter Büro-Immobilienmarkt. Nach einer Auswertung des Immobilienberatungsunternehmens blackolive advisors werden seit Beginn der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie immer mehr Büroflächen untervermietet.

"Das hat stark zugenommen", sagte eine Sprecherin des Immobilienberatungsunternehmens, das seinen Schwerpunkt auf Bürovermietung- und -investment gesetzt hat. Dabei handele es sich in der Regel um Unternehmen, die noch an ihre mehrjährigen Mietverträge gebunden seien, die Fläche aber wegen wegbrechender Geschäfte nicht mehr im gleichen Umfang benötigten.

Die zur Verfügung stehenden Untermietsflächen in Frankfurt, Eschborn und dem Offenbacher Kaiserlei seien von 38.000 Quadratmeter im März auf 53.000 Quadratmeter im Juli gestiegen. "15.000 Quadratmeter mehr in vier Monaten - das ist viel", sagte die Sprecherin. Ende 2018 seien es noch 30.000 Quadratmeter gewesen.

Prognose: Bis zu 15 Prozent Nachfragerückgang

Auch beim Leerstand der Büroflächen in den oben genannten Gebieten habe es nach einem seit zehn Jahren kontinuierlichen Absinken in diesem Jahr einen plötzlichen Anstieg gegeben. Dieser betrug demnach Ende des ersten Quartals 2020 rund 780.000 Quadratmeter, Stand Ende Juli 2020 seien es dann 866.000 Quadratmeter gewesen.

Diese Entwicklung könne aber teilweise der Fertigstellung von Büro-Wohngebäuden geschuldet sein, wie zum Beispiel dem 2019 eröffneten Frankfurter Omniturm mit 47.000 Quadratmetern Bürofläche.

Das Beratungsunternehmen rechnet aufgrund der noch laufenden Mietverträge und der von der Landesregierung ausgezahlten Soforthilfen damit, dass manche Effekte erst mit Zeitverzögerung sichtbar sein werden. Mittelfristig geht es davon aus, dass die Nachfrage nach Büroräumen in Frankfurt, Eschborn und dem Kaiserlei um bis zu 15 Prozent zurückgehen wird.

Mit Abstandsregeln brauchen Mitarbeiter mehr Platz

Prognosen, nach denen Firmen aufgrund von Auslagerungen ins Homeoffice weniger Arbeitsfläche benötigten, hält das Unternehmen hingegen für wenig realistisch. "Dass Leute komplett ins Homeoffice ausgelagert und ihre Arbeitsflächen nicht mehr gebraucht werden, glauben wir eher weniger", sagte die Sprecherin. "Die Mitarbeiter sind in der Regel trotzdem an ein paar Tagen in der Woche im Büro. Dabei müssen auch noch die Abstandsregeln berücksichtigt werden - das geht nur, indem man Arbeitsfläche frei lässt."