Demo bei Siemens in Offenbach
Hat sich ihr Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze wenigstens teilweise gelohnt? Offenbacher Siemens-Beschäftigte bei einer Demo im November 2017. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Der geplante Stellenabbau bei Siemens in Offenbach fällt sanfter aus erwartet: Mehr als die Hälfte der rund 800 Beschäftigten soll ihre Jobs behalten. Unklar ist aber, wo sie in Zukunft arbeiten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 420 Jobs bei Siemens Offenbach bleiben erhalten

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Der Siemens-Standort Offenbach soll nach Unternehmensangaben zwar geschlossen werden. Jedoch bleibt mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze demnach in der Region erhalten. Laut der Gewerkschaft IG Metall ist zudem nicht ausgemacht, dass das Offenbacher Werk tatsächlich ganz zumacht.

Monatelang haben die Geschäftsführung von Siemens und der Gesamtbetriebsrat über die Zukunft der kriselnden Kraftwerkssparte des Elektrokonzerns verhandelt. Mit dem Ergebnis, dass hierzulande in den kommenden Jahren rund 2.900 Stellen wegfallen sollen, immerhin rund 500 weniger als ursprünglich geplant. Eine entsprechende Einigung hätten Arbeitgeber und Arbeitnehmer am Montag unterzeichnet, teilte der Konzern mit.

420 bleiben, 370 müssen gehen

Die IG Metall kann das Verhandlungsergebnis als Erfolg verbuchen, gerade im Hinblick auf das Werk in Offenbach: Ursprünglich sollten der Standort dicht gemacht und nahezu alle 790 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Gemäß der jetzigen Einigung werden 420 Beschäftigte weiter arbeiten. Die übrigen 370 Beschäftigten verlieren ihren Arbeitsplatz. Weil betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen, sollen die Betroffenen in Altersteilzeit gehen oder für bis zu zwei Jahre in einer Transfergesellschaft unterkommen.

Gewerkschaft: Kein Standort schließt

Während Siemens mitteilte, dass weiterhin geplant sei, den Standort Offenbach aufzugeben und mit demjenigen im mittelfränkischen Erlangen zusammenzulegen, ist das aus Gewerkschaftssicht nicht geklärt. Die Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, pochte darauf, dass Siemens den Erhalt aller Standorte der Kraftwerkssparte in Deutschland zugesichert habe.

Man prüfe, wo die 420 verbleibenden Beschäftigten im Rhein-Main-Gebiet unterkommen könnten, sagte Weber. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sie letztlich in Offenbach blieben.

Auch Siemens-Personalchefin Janina Kugel sagte am Montag: "Wir sind noch an vielen Stellen in Verhandlungen." Das betrifft etwa die Frage, ob die Stellen, die in Deutschland nun doch erhalten bleiben sollen, dafür im Ausland abgebaut werden. Weltweit will Siemens 6.900 Jobs streichen und bis 2020 rund eine halbe Milliarde Euro in den Bereichen Power & Gas und Process Industries and Drives einsparen.