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Leichte Abkühlung am Wohnimmobilienmarkt

Auf dem Frankfurter Immobilienmarkt steigen die Preise trotz oder gerade wegen der Pandemie weiter. Der städtische Planungsdezernent sieht dennoch Grund zum Optimismus.

Die zumindest gut klingende Nachricht zuerst: Frankfurt gehört zwar weiterhin zu den teuersten deutschen Städten, was die Kaufpreise für Wohnimmobilien angeht - doch andere Großstädte wie Hamburg und Köln ziehen nach oder überholen Frankfurt sogar.

Das liege am "Frankfurter Weg", sagt der städtische Planungsdezernent Mike Josef (SPD) in einer Pressekonferenz am Dienstag. Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte der Stadt stellte darin die wichtigsten Entwicklungen auf dem Frankfurter Immobilienmarkt vor. Dazu analysierte er sämtliche Verkäufe und Vermietungen im Jahr 2021.

Pandemie hält Investitionsdruck hoch

Josef erklärte, dass Bestandschutz, Baulandausweisung und kooperative Verfahren wie der Baulandbeschluss mit seinen klaren Vorgaben dazu führten, "dass unsere Preissteigerungsraten im bundesweiten Großstadtvergleich inzwischen von anderen Städten überholt werden". Mit dem Baulandbeschluss schreibt die Stadt Frankfurt bei Neubauprojekten über den 30-prozentigen Anteil von gefördertem Wohnraum hinaus weitere Quoten vor: etwa für genossenschaftliches Wohnen oder preisreduzierte Miet- und Eigentumswohnungen. So will sie die Preisexplosion auf dem Wohnungsmarkt stoppen.

Aber: Die Großstädte mögen zwar ähnlich oder teurer werden als Frankfurt - doch das nicht, weil die Mainmetropole günstiger würde. Die Preise für Wohnimmobilien in Frankfurt steigen weiter. Auch das ergab die Auswertung des Gutachterausschusses.

Durchschnittspreis für Eigentum: 8.250 Euro

So kostet eine neue Eigentumswohnung in Frankfurt aktuell durchschnittlich 8.250 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einer Steigerung von 180 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. Und einer Steigerung von 9,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020.

"Durch die länger andauernde Pandemie ist der Investitionsdruck auf den Immobilienmarkt weiterhin sehr hoch", sagte Michael Debus, der Vorsitzende des Gutachterausschusses. Neben Wohnimmobilien biete sich lediglich der Aktienmarkt als alternative Kapitalanlage an. "Das Risiko des Aktienmarktes besteht in möglichen Kursschwankungen, bei den Wohnimmobilien werden die oft zweistelligen Preissteigerungen bald beendet sein", sagte Debus.

15.200 Euro pro Quadratmeter in der Innenstadt

Besonders teuer sind Wohnimmobilien, wenig überraschend, in der Frankfurter Innenstadt und im Europaviertel. Dort werden neue Eigentumswohnungen durchschnittlich mit Preisen von 15.200 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 10.820 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gehandelt.

In anderen innenstadtnahen Stadtteilen lagen die Preise dem Gutachten zufolge zwischen 8.000 und 9.000 Euro pro Quadratmeter. Nur in entfernteren Stadtteilen habe es Neubaueigentumswohnungen für 5.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gegeben.

Planungsdezernent Josef sprach trotzdem von einer "leichten Abkühlung" der Wohnimmobilienpreise - da die Steigerung im zweiten Jahr in Folge unter 10 Prozent liege.

Reihenhäuser kosten im Mittel 1,3 Millionen Euro

In Quartieren ohne Vorgaben der Stadt würden aber mittlerweile Preise aufgerufen, die für die Mittelschicht unerschwinglich seien. Umso wichtiger sei es, "einen klaren Rahmen bei der Baulandentwicklung zu setzen, um weite Teile der Bevölkerung mit Wohnraum zu versorgen", sagte Josef.

Besonders schwer zu finden ist dieser für Familien, die Reihenhäuser suchen. Neue Reihenhäuser kosteten im Jahr 2021 nach Erkenntnissen des Gutachterausschusses im Mittel 1,3 Millionen Euro. Reihenhäuser, die vor 1949 gebaut wurden, wurden im Schnitt für einen Preis von 425.000 Euro verkauft.

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