Spaziergänger sind in einem Neubaugebiet in Frankfurt unterwegs.
Spaziergänger flanieren durch ein Frankfurter Neubaugebiet. Bild © picture-alliance/dpa

Wohnen wird in Frankfurt laut einer neuen Studie immer teurer. Die Untersuchung zeigt auch, in welchen Stadtteilen die Preise besonders anzogen und wo es noch vergleichsweise günstig ist.

Videobeitrag
hsk1645

Video

zum Video Teuer Wohnen in Frankfurt

Ende des Videobeitrags
Bildergalerie

Bildergalerie

zur Bildergalerie Wo es für Frankfurter besonders teuer wurde

Ende der Bildergalerie

Wer in Frankfurt lebt, muss zunehmend mehr Geld fürs Wohnen ausgeben. Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser im Bestand im Schnitt mehr als verdoppelt. Das zeigt eine am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichte Studie des Immobilienberaters ImmoConcept.

Die Preise stiegen zuletzt sprunghaft: Demnach kostet ein Quadratmeter Ende Juli 2018 im Schnitt 4.640 Euro - gut 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei Neubauten wurden fast 5.500 Euro je Quadratmeter fällig.

Einst wenig begehrte Lagen werden teurer

Auch die Mieten kletterten kräftig. Bei bestehenden Immobilien liegen sie bei gut 14 Euro je Quadratmeter, fast 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Binnen zehn Jahren steht hier ein Plus von 38,5 Prozent. Neubauten sind mit 15,30 Euro Miete je Quadratmeter noch teurer.

Auffällig sei, dass die Mieten nicht in etablierten Vierteln wie dem Westend oder Nordend am stärksten wüchsen, sondern in einst wenig begehrten Lagen, schreiben die Autoren. So liege beim Mietwachstum über zehn Jahre im Bestand das Gutleutviertel (plus 49 Prozent) vorn, gefolgt von Altstadt, Gallus und Riederwald (je 46).

Externer Inhalt
Ende des externen Inhalts

Die Kaufpreise kletterten am stärksten in der neu aufgebauten Altstadt (plus 221). Das sei in erster Linie auf das Projekt "Neue Frankfurter Altstadt" zurückzuführen. Auch Immobilien im Gutleutviertel (plus 180 Prozent) und Westend-Nord (plus 163 Prozent) verteuerten sich rasant.

Über 100.000 neue Einwohner in einem Jahrzehnt

Die steigende Nachfrage ist eng verknüpft mit dem Wachstum der Stadt: Allein in der vergangenen Dekade hat die Mainmetropole rund 105.000 neue Einwohner dazugewonnen. Die Studie hob zudem hervor, dass Frankfurt im Vergleich zu anderen deutschen Städten über die meisten Arbeitsplätze gemessen an der Einwohnerzahl verfügt - mit rund 565.000 sozialversicherungspflichtigten Beschäftigten.

Frankfurt sei zudem gefragt wegen seiner guten geographischen Lage in der Mitte Deutschlands, als Haupsitz der Europäischen Zentralbank und biete eine herausragende Verkehrsinfrastruktur durch den drittgrößten Flughafen Europas.

Auch in Offenbach steigen die Preise

Offenbach bleibt den Angaben zufolge wesentlich günstiger als Frankfurt. In der Nachbarstadt liegt die durchschnittliche Miete im Bestand bei 9,52 Euro - fast 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Binnen zehn Jahren stiegen die Mieten um 42 Prozent. Wer in Offenbach kauft, muss im Mittel 2.649 Euro je Quadratmeter zahlen und bei Neubauten gut 3.800 Euro.

In der Stadt werden viele Flächen wie der Kaiserlei-Kreisel oder die Siemens-Bürotürme neu gestaltet. Die Autoren erwarten daher, dass sich die Preislücke zu Frankfurt "mittelfristig schließen wird".