Menschen stehen mit Abstand Schlange auf einem Bürgersteig. Davor steht ein Schild mit der Aufschrift "Eingang Impfzentrum".

Bereits im vergangenen Jahr musste die Frankfurter Messe aufgrund der Corona-Beschränkungen satte Verluste hinnehmen. Im zweiten Pandemie-Jahr sind es noch einmal mehr geworden.

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Audioseite Messe Frankfurt erneut mit großem Verlust

Der beleuchtete Haupteingang der Messe Frankfurt am Abend.
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An der Frankfurter Messe ist derzeit viel los: Hier wird geimpft, die Menschen stehen Schlange. Mit dem eigentlichen Messegeschäft hat das allerdings nichts zu tun, aber auch das steht im Zeichen von Corona. Die Frankfurter Messegesellschaft wird auch das zweite Corona-Geschäftsjahr mit einem dreistelligen Millionenverlust beenden. Nach vorläufigen Berechnungen werde der Verlust aus dem Vorjahr noch übertroffen, erklärte Messe-Chef Wolfgang Marzin am Dienstag. Im ersten Corona-Jahr 2020 hatte die Messe einen Verlust von 122 Millionen Euro ausgewiesen.

"Corona hat uns ausgebremst"

"Corona hat uns ausgebremst", sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Messe. Das Unternehmen mit rund 2.300 Beschäftigten gehört zu 60 Prozent der Stadt Frankfurt und zu 40 Prozent dem Land Hessen.

Die über lange Zeit profitable und umsatzstärkste deutsche Messegesellschaft litt im laufenden Jahr erneut unter zahlreichen Absagen und Reisebeschränkungen in Folge der Corona-Pandemie. Der Umsatz schrumpfte laut Marzin auf etwa 140 Millionen Euro, was knapp einem Fünftel des Erlöses aus dem Vorkrisenjahr 2019 entspricht. 2020 hatte der Umsatz nach dem starken Geschäftseinbruch im Frühjahr noch 257 Millionen Euro betragen.

Im laufenden Jahr gab es weltweit noch rund 200 Events unter dem Dach der Messe, darunter 70 größere Messen und Ausstellungen. Das ist aber weniger als die Hälfte des üblichen Volumens. Marzin rechnet auch für das kommende Jahr mit einer fragilen Lage.

Erste Messe für 2022 bereits abgesagt

Weltweit seien rund 500 Veranstaltungen geplant, darunter viele Leitmessen. Der traditionelle Jahresauftakt, die Textilienmesse "Heimtextil", wurde für die zweite Januar-Woche wegen der aktuellen Corona-Situation aber bereits abgesagt. "Die weitere Entwicklung unseres Geschäfts hängt jedoch nicht zuletzt von den Impffortschritten weltweit und den damit verbundenen Lockerungen der Reiserestriktionen ab", so Marzin.

Andere Veranstaltungen mit der großen Frühjahresmesse "Ambiente" an der Spitze stehen noch im Veranstaltungskalender. Neu im Frankfurter Programm 2022 ist die Fahrradmesse "Eurobike", die von Friedrichshafen an den Main verlegt wird. Dazu kommen zahlreiche Gastveranstaltungen wie die Buchmesse, die Chemie-Messe Achema sowie zahlreiche (Nachhol-)Konzerte in der Festhalle.

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