Kernkraftwerk Biblis in Biblis

Das Atomkraftwerk im südhessischen Biblis ist längst stillgelegt, der Abriss läuft. Doch radioaktive Abfälle werden weiterhin neu eingelagert - seit Jahresbeginn in voller Verantwortung des Bundes.

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Zum neuen Jahr 2020 hat die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) auch die Verantwortung für die beiden Zwischenlager mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll in Biblis (Bergstraße) übernommen. Bisher betreibt die BGZ bereits das hochradioaktive Brennelemente-Lager auf dem Gelände des abgeschalteten Atomkraftwerks.

AKW-Betreiber war der Energiekonzern RWE. In den Zwischenlagern für schwach- und mittelradioaktive Abfälle werden solche Materialien aufbewahrt, die beim Betrieb und Rückbau des mittlerweile brennstofffreien Kraftwerks angefallen sind - wie zum Beispiel Schutzkleidung, Filter oder Anlagenteile. Die BGZ hatte bereits angekündigt, das Personal in Biblis von Januar 2020 an von neun auf zwölf Mitarbeiter aufzustocken.

Das Zwischenlager in Biblis war 2004 genehmigt worden. Das Atomkraftwerk wurde 2011 nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima abgeschaltet und ging auch nicht mehr ans Netz.

Deutschland muss 25 Behälter zurücknehmen

Hochradioaktiv ist der Inhalt von 102 Castor-Behältern im Zwischenlager Biblis. Es handelt sich um verglaste Brennelemente. Bis zum Juli 2020 sollen noch sechs weitere Castoren kommen. Sie stammen aus der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found In Biblis werden noch einmal Atommüll-Castoren erwartet

Kernkraftwerk Biblis in Biblis
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Nach Ankunft der sechs Castoren wäre zwar Platz für weitere Behälter in Biblis. Das Lager ist für 135 Behälter ausgelegt. Neue sollen aber den Plänen zufolge nicht dazu kommen. Deutschland ist noch zur Rücknahme von insgesamt 25 Behältern verpflichtet, weil Brennelemente lange Zeit zur Wiederaufbereitung nach Großbritannien und Frankreich gebracht worden waren.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Biblis räumt die letzten Brennelemente

Block A des Kernkraftwerks Biblis
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Die Genehmigung für den Castor-Transport nach Biblis steht laut des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit noch aus. Wann und wo das hochradioaktive Material aus dem Zwischenlager in Biblis einmal endgültig gelagert wird, ist noch unklar.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 5.1.2020, 19.30 Uhr