Die Frage "Should I kill humans ?" wird während einer Pressekonferenz an der TU Darmstadt hinter Roboter "Alfie", einer Moral Choice Machine, auf eine Wand projiziert. I

Rund 38 Millionen Euro steckt die Landesregierung in ein neues Zentrum zur Erforschung von Künstlicher Intelligenz. Das Projekt wird von 13 Hochschulen getragen. Hauptstandort soll Darmstadt sein.

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hs
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Ob als Gesichtserkennungssoftware im Handy, als Schachcomputer oder als Assistenzsystem im Pkw: Künstliche Intelligenz hat längst Einzug in den Alltag gehalten. Hessen bündelt nun die Forschung an dieser bereits gegenwärtigen Zukunftstechnologie in einem eigenen Zentrum mit Sitz in Darmstadt. Rund 38 Millionen Euro sollen in den kommenden fünf Jahren in das KI-Zentrum fließen. Am Montag wurde das Projekt in Wiesbaden vorgestellt.

Anwendungsbereiche in Medizin und Landwirtschaft

"Um die Chancen für Wissenschaft, Wirtschaft und die Menschen in Hessen zu nutzen, setzen wir auf die besonderen Stärken der hessischen Hochschulen", erklärte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) bei der Vorstellung. Getragen wird das - nach Einschätzung der Ministerin - bundesweit einmalige Projekt von 13 hessischen Hochschulen. Hinzu kämen 40 Partner aus Forschung und Wirtschaft. "Wir haben mit der Technischen Universität Darmstadt einen starken Standort für Grundlagenforschung, dicht gefolgt von den anderen Universitäten, die KI fachspezifisch erforschen, und wir haben an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften hervorragende praxisnahe Forschung", sagte Dorn.

Das Zentrum soll nach den Worten der Ministerin sowohl Grundlagen als auch Anwendungen der KI erforschen und Fachkräfte für die Zukunft heranziehen. Als Anwendungsbeispiele führte Dorn die Medizin an, wo KI helfen könne, mögliche chronische Erkrankungen im Vorfeld zu erkennen oder im Fall eines Herzinfarkts schnell Entscheidungen zu treffen. In der Landwirtschaft könne KI dazu beitragen, Nutzpflanzen resistenter zu machen und gleichzeitig Pestizide zu verringern.

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Die beteiligten Hochschulen

Dem Hessischen Zentrum für KI gehören an die TU Darmstadt sowie die Universitäten Frankfurt, Gießen, Marburg und Kassel, die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften RheinMain, Mittelhessen, Fulda, Darmstadt und Frankfurt, dazu die Hochschule Geisenheim, die Hochschule für Gestaltung Offenbach und die Frankfurt School of Finance.

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Fragen der Ethik

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"In der hessischen Wirtschaftsstruktur steckt ein besonderes Potenzial für die Anwendung Künstlicher Intelligenz", erklärte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). "Schon jetzt nutzen in Hessen mehr Unternehmen KI als in anderen Bundesländern. 2018 waren es bereits fünf Prozent der hessischen Betriebe." Das wolle man ausbauen. Ein besonderes Augenmerk werde auf den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gelegt.

Derweil betonte Kristina Sinemus (CDU), Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, indes den interdisziplinären Charakter des KI-Zentrums: "Wir wollen in Hessen die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz maßgeblich mitgestalten und dabei ein besonderes Augenmerk auf die ethischen Fragestellungen legen." Daher könnten KI-Anwendungen nur im Austausch mehrerer Disziplinen erfolgreich entwickelt werden.

Die kommenden fünf Jahre bezeichnet die Landesregierung als "Aufbauphase". In dieser Zeit sollen nicht weniger als 20 zusätzliche Professuren eingerichtet werden. Neben dem Hauptzentrum in Darmstadt sollen Nebenstandorte an der Goethe-Universität Frankfurt sowie in anderen Hochschulstädten entstehen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 31.08.2020, 16.45 Uhr