Die Deutschlandzentrale des Reiseveranstalters Thomas Cook in Oberursel.

Beim deutschen Ableger des Reiseveranstalters Thomas Cook ist nun das förmliche Insolvenzverfahren eröffnet worden. Als Ganzes hat der Anbieter keine Zukunft mehr. Jedoch könnten einige Teilgesellschaften aufgekauft und so Arbeitsplätze gerettet werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Insolvenzverfahren eröffnet: Thomas Cook hat keine Zukunft mehr

Thomas Cook Reisebüro
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Das Amtsgericht Bad Homburg hat das förmliche Insolvenzverfahren für das Reiseunternehmen Thomas Cook eröffnet. Insgesamt sind sechs Gesellschaften des Konzerns betroffen, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Damit haben jetzt auch die Thomas Cook GmbH und die Thomas Cook Touristik GmbH endgültig den Geschäftsbetrieb eingestellt.

Zerschlagen und verkaufen

Für den einst zweitgrößten Anbieter der Branche in Deutschland gibt es als Ganzes mangels Investoren keine Zukunft mehr. Am Stammsitz in Oberursel (Hochtaunus) arbeitet nur noch ein Abwicklungsteam von 50 bis 60 Beschäftigten. Rund 1.000 Beschäftigte vor allem in Oberursel haben in den letzten Tagen ihre Kündigung bekommen – für sie wird mit dem Betriebsrat noch ein Sozialplan ausgehandelt.

Für Teile der Gruppe gibt es Käufer, dadurch soll gut die Hälfte der einst etwa 2.100 Jobs gesichert werden. So übernimmt beispielsweise der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof 106 der mehr als 120 Reisebüros der Oberurseler.

Der türkische Reiseveranstalter Anex Tour erwirbt den Türkeispezialisten Öger Tours und den Last-Minute-Anbieter Bucher Reisen. Insgesamt wurden so gut 600 Arbeitsplätze gerettet. Die Deals stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörde sowie des Gläubigerausschusses von Thomas Cook.

Alle Reisen abgesagt

Das Amtsgericht bestellte am Mittwoch die bislang vorläufigen Insolvenzverwalter um den bekannten Experten Ottmar Hermann zu Insolvenzverwaltern. Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten und hatte am 25. September Insolvenzantrag gestellt. Der Veranstalter sagte alle bereits gebuchten Reisen ab, auch wenn sie ganz oder teilweise bezahlt worden waren.

Sendung: hr-iNFO, 28.11.2019, 12:00 Uhr