Goldbarren

Mindestens 10.000 Menschen sind von der Insolvenz des Heusenstammer Goldhändlers PIM betroffen, im Dezember können sie erste Ansprüche anmelden. Doch das Verfahren kann sich wohl lange ziehen, sagt der Insolvenzverwalter. PIM steht unter Betrugsverdacht.

Am Mittwoch hatte die Firma PIM Gold aus Heusenstamm (Offenbach) Insolvenz angemeldet, nachdem ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen das Unternehmen eröffnet worden war. Jetzt teilte der vorläufige Insolvenzverwalter mit, dass er mit einem jahrelangen Verfahren rechnet. Das ordentliche Insolvenzverfahren werde voraussichtlich Anfang Dezember eröffnet, erklärte der vom Amtsgericht Offenbach eingesetzte Rechtsanwalt Renald Metoja in einer Mitteilung. Erst dann könnten die Gläubiger ihre Ansprüche anmelden.

Derzeit würden die rechtlichen Verhältnisse der PIM Gold GmbH und ihrer Vertriebsgesellschaft, der Premium Gold Deutschland (PGD), geprüft, erklärte der Verwalter. Gleichzeitig werde versucht, vorhandene Vermögenswerte für die Insolvenzmasse zu sichern. Über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entscheidet das Amtsgericht Offenbach auf der Grundlage eines Gutachtens des Verwalters.

Vorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs

Nach früheren Schätzungen könnten mindestens 10.000 Anleger betroffen sein. Bis zur Auszahlung einer möglichen Quote dürften nach Einschätzung Metojas "einige Jahre" vergehen. Gründe seien die hohe Zahl der Gläubiger und die "erforderlichen Maßnahmen zur Massenrealisierung".

Gegen Verantwortliche der PIM Gold laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Anfang September kam es zu Durchsuchungen in Geschäftsräumen, Beschlagnahmung von Gold sowie einer Festnahme - unter anderem wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Betrugs. Weitere Details wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekanntgeben. In der Folge meldeten die Unternehmen Insolvenz an.