Die Grafik zeigt eine Webseite zum Thema Social Business der mit vielen Social Entrepreneurs verbunden ist.
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Vom kleinen Butzbach aus die Welt ein Stück besser machen, und das durch eine simple Homepage: Das hat sich das Social Startup Magazin vorgenommen. Die Idee: Unternehmen bekannt machen, die soziale oder Umwelt-Probleme lösen wollen.

Ein Schreibtisch im Arbeitszimmer seiner Wohnung, ein Laptop, ein zweiter Monitor: Mehr braucht Christian Deiters für seine Herzensangelegenheit nicht. Von seiner Butzbacher Wohnung aus steuert er die Plattform social-startups.de. Die Webseite sammelt Informationen für Unternehmen im sozialen Bereich, dem sogenannten Social Entrepreneurship.

Bienen-Sauna und Gründertipps

Christian Deiters sitzt an seinem Computer.
Unternehmer Christian Deiters an seinem Computer. Bild © hessenschau.de

Auf der Seite werden Initiativen und Unternehmen vorgestellt, in Themenwochen werden Schwerpunkte gesetzt, etwa der Schutz der Bienen. Dann werden Unternehmen vorgestellt, die sich um das Wohlergehen der Insekten kümmern, zum Beispiel mit Bienenkörben, die überall aufgestellt werden können, Initiativen, die Bienen schützen oder auch einer Bienen-Sauna, die die tödliche Varroa-Milbe abtötet.

Das ist nicht nur übersichtlich für die Verbraucher, es macht auch die Ideen-Entwickler bekannt. Dazu gibt es direkte Hilfestellungen für die Gründer, etwa eine Übersicht mit Apps, die beim Gründen hilfreich sein können, Fördertöpfe oder Tipps für die Finanzierung. Denn gerade im nachhaltigen und sozialen Bereich sei es nicht so einfach an Geld zu kommen, erklärt Deiters. Zudem beantwortet das Portal Fragen.

Frustration bei der Google-Suche

Dass es die Plattform gibt, liegt an einer frustrierenden Google-Suche von Deiters. Er wollte sich über Sozialunternehmen informieren, konnte aber keine Sammelstelle für Informationen finden. So gründete er selbst gemeinsam mit einem Freund social-startups.de als nach eigenen Angaben erste deutschsprachige Seite für diesen Unternehmensbereich.

Sie wurde zur wichtigen Anlaufstelle in der Branche, weil die Idee, gesellschaftliche Probleme unternehmerisch zu lösen, noch recht neu sei -  da brauche es Informationen, erklärt Michael Wunsch. Er leitet das Frankfurter Social Impact Lab, das Social Startups fördert und die Branche vernetzt. Wunsch spricht von einem Wohlfahrtsgedanken, der allen Unternehmen in dem Bereich eigen sei. Neu daran sei, den Wunsch nach Veränderung mit modernen Technologien und Arbeitsweisen umzusetzen.

Blumentöpfe und Kakao-Patenschaften

Welche Probleme mit einem Social Startup gelöst werden sollen, kann nach Angaben des Social Entrepreneurship Monitor für 2018 ganz unterschiedlich sein. So findet man auf social-startups.de Hersteller von Blumentöpfen, die sich in der Erde auflösen und so Plastikmüll vermeiden oder Unternehmen, mit deren Hilfe man Kakaobauern in Kamerun durch Baumpatenschaften helfen kann. Für Christian Deiters sind die Ideenentwickler in den Social Startups die Lösung für viele akute Probleme.

Social-Startups.de liegt den Machern, Christian Deiters und den mehr als 20 Redakteuren des Portals am Herzen. Das sieht man schon daran, dass alle in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Seite arbeiten. Und alle von zuhause aus, denn das Team ist über ganz Deutschland verteilt. Deiters und sein Team sind mit ihren Plänen noch längst nicht am Ende angekommen. Jetzt wollen sie Soziale Unternehmen regional stärker unterstützen - zunächst in der Universitätsstadt Gießen.

Sendung: hr4, 09.3.2019, 8.13 Uhr