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Mehr als 15 Prozent der Hessen gelten trotz Vollzeitstelle als Geringverdiener

Vollzeit arbeiten und dabei nicht mal 2.300 Euro brutto verdienen: Das trifft laut einer aktuellen Studie jeden Sechsten in Hessen. Bei Frauen ist die Quote noch höher. Eine Branche fällt dabei besonders auf.

Mehr als 15 Prozent der Menschen in Hessen zählen trotz Vollzeitbeschäftigung zu den sogenannten Geringverdienern. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zur Vollzeitarbeit hervor.

Das Institut wertete Daten der Bundesagentur für Arbeit aus, die erstmals auch regional bis auf die Ebene von Kreisen und Städten erhoben wurden. Als geringverdienend werden Beschäftigte bezeichnet, die mit weniger als 2.284 Euro brutto im Monat entlohnt werden.

Quote regional sehr unterschiedlich

Demnach musste auf Grundlage der Erhebung aus dem Jahr 2020 rund ein Fünftel der vollzeitbeschäftigten Frauen (20,5 Prozent) in Hessen mit einem niedrigen Monatseinkommen auskommen. Bei den Männern betraf das laut WSI rund 13 Prozent.

Geschlechterunabhängig hatte die niedrigste Quote der Geringverdienenden die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit 9,5 Prozent. Am Schlechtesten schnitt der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ab - 25 Prozent der Vollzeitbeschäftigten verdienten dort weniger als 2.284 Euro brutto.

Mehrheit arbeitet in Hotels und Gaststätten

Insgesamt zählte man den Angaben des Instituts nach im Jahr 2020 rund 1,8 Millionen Vollzeitbeschäftigte in Hessen. Mehr als die Hälfte der Geringverdienenden (58 Prozent) waren in Hotels und Gaststätten beschäftigt. Auch bei Leiharbeitern oder in der Landwirtschaft werden den Angaben nach häufig niedrige Monatseinkommen gezahlt.

Im bundesweiten Vergleich sei der Anteil der Menschen mit niedrigem Einkommen seit 2011 aber kontinuierlich gesunken, im Jahr 2020 von 21 Prozent auf 19 Prozent. Deutschlandweit seien vor allem auch Beschäftigte unter 25 Jahren (rund 39 Prozent) sowie Ausländer (rund 37 Prozent) besonders häufig von geringeren Löhne betroffen.

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