In Hessen kann weiterhin jeder zehnte Erwachsene seine Rechnungen dauerhaft nicht bezahlen.

Die tatsächliche Zahl überschuldeter Menschen ist im Vergleich zu 2018 sogar um 2000 auf 520 000 Personen gestiegen, wie aus dem diesjährigen "Schuldneratlas" hervorgeht, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Donnerstag veröffentlichte. Wiesbaden ist, wie schon in den Vorjahren, die Landeshauptstadt mit der höchsten Überschuldungsquote in ganz Deutschland. Damit hat sich die Situation in Hessen entgegen dem Bundestrend entwickelt, dem zufolge die Zahl überschuldeter Privatpersonen trotz schwächelnder Konjunktur erstmals seit 2013 wieder leicht zurückgegangen ist. Zuletzt sei in Deutschland unter anderem die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig niedrig gewesen, heißt es in dem Bericht. Über einen längeren Zeitraum betrachtet ist der Anteil überschuldeter Bürger zwar auch in Hessen zurückgegangen - im Vergleich zu anderen Bundesländern allerdings nur leicht. Überdurchschnittlich stark gestiegen ist im selben Intervall (2005 bis 2018) der Anteil armutsgefährdeter Menschen. Die Auskunftei berücksichtigt in ihrer Schuldner-Statistik unter anderem Privatinsolvenzen, aber auch weniger dramatische Fälle - beispielsweise Menschen, die ihre Schulden trotz wiederholter Mahnungen nicht beglichen haben.