Robo Studio und ihre Erfindung beim Einsatz in einer Schule.

Einen Lego-Roboter programmieren oder ein Computerspiel entwickeln? Kinder, denen solche Angebote in der Schule fehlen, können das im Robo-Studio tun. Aus der Idee einer Frankfurter Familie wurde ein Kursprogramm und ein Geschäftsmodell.

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zum Video Fünf Fragen an Gründer Detlev Barthel und seinen Sohn

Detlev Barthel, Gründer des Robo-Studios, mit Sohn Max.
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Unternehmensidee

Detlev Barthel hat die Erfahrung gemacht, dass Informatik und Robotik im Schulalltag von Kindern zu kurz kommen. Dabei bestimmen sie seiner Auffassung nach immer mehr unser Leben. Er findet es wichtig, die Grundlagen der Technologien zu verstehen - gerade für Kinder. "In der Schule gibt es kaum noch die Möglichkeit dazu. Die Lehrer können das einfach nicht leisten", sagt Barthel.

Deshalb hat er es sich zur Aufgabe gemacht, ein zusätzliches Angebot zur Schule zu schaffen. In seinem Robo-Studio in Frankfurt-Sachsenhausen möchte er Kinder fit für die Zukunft machen. So hat sich das Haus der Familie Barthel in ein Informatik-Camp verwandelt.

Konzept

"Wir machen auf Entertainment", sagt Detlev Barthel. Denn die Kinder im Robo-Studio sollen zwar Neues lernen, aber dabei den Spaß nicht verlieren. Für jede Altersgruppe hat die Familie entsprechende Kurse entwickelt.

Die Kleinsten ab fünf Jahren können ihren eigenen Holzroboter zum Leben erwecken. Dabei lernen sie spielerisch erste Programmierkenntnisse - ohne PC, Tablet oder Smartphone. Kinder ab sieben Jahren können ihren eigenen Lego-Roboter zusammenbauen und programmieren. Und die Älteren ab zwölf Jahren können die Programmiersprache Java lernen. Zusätzlich können die Kinder in Programmen ihre eigenen Videospiele erstellen und visualisieren.

Neu im Robo-Studio ist der "Sumo-Wettkampf". Im Vorfeld können die Kinder in Teams ihre eigenen Roboter programmieren und auf einen Kampf vorbereiten. Am Wettkampftag (27. Oktober) treten immer zwei Roboter gegeneinander an. Derjenige, der die Zone zuerst verlassen hat, hat verloren.

Kosten

In den Ferien gibt es wöchentliche Kurse für 260 Euro. An fünf Tagen können die Kinder zum digitalen Ferienlager kommen, mittags gibt es Essen. Außerhalb der Ferien findet jeder Kurs acht Wochen lang statt und das ein Mal in der Woche für 120 Minuten. Die Kosten für den Kurs belaufen sich auf 160 bis 240 Euro.

"Wir bekommen von den Kindern ein ehrliches und direktes Feedback", erzählt Sohn Max Barthel. So könne das Team konsequent an seinen Kursen arbeiten. Außerdem wolle man den Kindern zeigen, dass man als Programmierer oder Grafiker tatsächlich später Geld verdienen kann.

Aktueller Stand und Blick in die Zukunft

Seit der Gründung des Robo-Studios im Februar 2017 hat sich viel getan. "Wir haben mit zwei Kursteilnehmern angefangen", erzählt Barthel. Im ersten Jahr kamen 100 Kinder, schon im zweiten Jahr waren es über 500. Das Unternehmen ist stetig im Wandel. "Wir eignen uns immer neue Programme an und halten Ausschau, was interessant sein könnte", erzählt Detlev Barthel.

In Zukunft möchte die Familie ihr Kursangebot erweitern. Bis Ende des Jahres soll es auch Programme für Jugendliche bis zum Abitur geben. "Vielleicht unterrichten wir auch mal regelmäßig Erwachsene", sagt Max Barthel. In andere Städte zu expandieren, ist für die Familie ebenfalls denkbar. "Dafür muss aber unser Konzept und die derzeitige Planung abgeschlossen sein", sagt der Gründer.

Team und Finanzierung

Das Team des Robo-Studios (v.l. Ekatharina Sacharova, Detlev Barthel, Kannika Barthel, Thierry Billy, Max Marthel und Stefan Bartels).

Das Robo-Studio ist ein Familienunternehmen. Die Familie hat sich alles selbst beigebracht - mit Youtube-Tutorials und Büchern. Detlev und Kannika Barthel haben das Start-up gegründet, die zwei erwachsenen Söhne helfen mit. Jeder hat seinen eigenen Schwerpunkt und leistet seinen Teil zum Unternehmen. "Der eine gibt Kurse und bereitet diese vor, der andere erstellt Flyer", erzählt Barthel.

Das Startkapital hat die Familie selbst eingebracht. Das Unternehmen laufe gut, man habe von Anfang an schwarze Zahlen geschrieben. Neben den Familienmitgliedern beschäftigt Barthel aktuell zwei weitere Mitarbeiter. In Zukunft könnten das noch mehr werden.

Einschätzung der Start-up-Expertin

Katrin Burmeister-Lamp, Professorin für Entrepreneurship (Unternehmertum) an der EBS Universität in Wiesbaden, lobt die Verknüpfung eines pädagogischen Auftrags mit unternehmerischem Verhalten. "Das scheint ein funktionierendes Geschäftsmodell zu sein", sagt sie. Vor allem die Tatsache, dass die Lehrenden ihre Inhalte ständig verändern und anpassen, sieht sie als großen Gewinn.

Eine Expansion des Unternehmens in andere Städte sei durchaus denkbar. Dazu müsse man allerdings prüfen, wie groß der Wettbewerb in den Städten und wie groß der Bedarf vor Ort sind. Als Herausforderung betrachtet sie vor allem die Konkurrenz von Online-Kursen.

Weitere Informationen

Serie: Vorgestellt - Junge Unternehmen in Hessen

In unserer Serie "Junge Unternehmen in Hessen" stellen wir vier Start-ups aus Hessen vor. Diese unterscheiden sich in der Unternehmensbranche und in der Phase, in der sie sich gerade befinden. Während zwei Unternehmen bereits an den Markt gegangen sind, steht eines kurz davor und ein anderes ist noch in der Gründungsphase. Bisher sind erschienen:
- Frankfurter will Werbung in Games revolutionieren
- Darum ist Offenbach für Start-ups ein besseres Pflaster als Kassel

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