Das Firmenschild der "Greensill Bank" in Bremen.

Nach dem Zusammenbruch der Bremer Greensill-Bank wollen zahlreiche Kommunen ihre dort angelegten Gelder zurückholen. Dafür haben sie sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Vertreten sind auch Gemeinden aus Hessen.

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden und 16 weitere deutsche Kommunen wollen ihr Geld von der insolventen Greensill-Bank zurückbekommen. Die Kommunen haben zwei Anwaltskanzleien beauftragt, um ihre Interessen im Insolvenzverfahren zu vertreten, wie die Stadtverwaltung Monheim (Nordrhein-Westfahlen) am Donnerstag mitteilte. Erklärtes Ziel sei es, die bei Greensill angelegten Gelder in Höhe von insgesamt fast 145 Millionen Euro möglichst vollständig aus der Insolvenzmasse zurückzuerhalten.

In Hessen sind neben Wiesbaden auch Gießen, Hanau, Schwalbach am Taunus, Eschborn (beide Main-Taunus) und Schauenburg (Kassel) von der Pleite betroffen. In der Mitteilung werden Wiesbaden, Hanau und Schwalbach als Beteiligte der juristischen Interessengemeinschaft genannt. Eschborn ist dabei mit rund 35 Millionen Euro eine der hauptgeschädigten Kommunen. Ob sie Teil des Zusammenschlusses ist, geht aus der Mitteilung nicht hervor, auch Gießen und Schauenburg werden nicht genannt.

Insolvenzverfahren seit März

Anfang März schloss die Finanzaufsicht Bafin die Bremer Bank, Mitte März wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Privatanleger wurden entschädigt, Kommunen sind seit 2017 aber nicht mehr über den Einlagensicherungsfonds abgesichert. Zahlreiche Kommunen waren Kunden der Bank - insgesamt sind es in Deutschland schätzungsweise 50. Sie hatten gering verzinste Festgelder angelegt, um Negativzinsen zu vermeiden. Nun droht den Kommunen, dass sie sehr viel Geld verlieren, auch weil sie in dem wohl jahrelangen Insolvenzverfahren keine Vorrangstellung bekommen.

Die nun beauftragten Fachleute sollen auch Schadenersatzansprüche prüfen, wie es in der Mitteilung heißt - Makler und Vermittler der Finanzgeschäfte könnten möglicherweise in Haftung genommen werden. Für den 8. Juni ist eine erste Gläubigerversammlung in Bremen anberaumt.