Flughafen Kassel in Calden
Der Kassel Airport in Calden Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Weniger Schulden, mehr Reiseziele: Der Kassel Airport zieht nach einem bewegten Jahr 2017 positive Bilanz. In diesem Jahr will der Flughafen mehr Reisende in die Sonne bringen. Auch neue Mitarbeiter werden gesucht.

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Nach einem vergleichsweise erfolgreichen Jahr wird der Kassel Airport sein Defizit für das Jahr 2017 voraussichtlich weiter senken. Die Flughafengesellschaft rechne nach derzeitigem Stand mit einem Minus von um die sechs Millionen Euro, gegebenenfalls sogar knapp darunter, sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

Damit würden die Vorgaben des Landes Hessen zur Defizitreduzierung um zehn Prozent pro Jahr erfüllt. Das stimmt rein rechnerisch über einen längeren Betrachtungszeitraum, weil der Flughafen 2015 die Vorgaben weit übererfüllt hatte. 2014 lag das Minus noch bei 8,01 Millionen Euro, 2016 bei 6,18 Millionen. Der Regionalflughafen feiert am 4. April sein fünfjähriges Bestehen.

Rekord auf niedrigem Niveau

Das vergangene Jahr beendet der Kassel Airport mit einem Passagierrekord - allerdings auf niedrigem Niveau. 69.810 Passagiere starteten oder landeten in Calden bei Kassel. Im Jahr zuvor waren es 54.822 Passagiere.

Für den Sommer soll das Angebot leicht ausgebaut werden: Mallorca, Kreta, Rhodos, Kos, Ägypten und Bulgarien stehen auf dem Flugplan mit insgesamt 15 Verbindungen pro Woche. Hinzu kämen Sonderreisen. Ob diese Flüge aber tatsächlich auch alle stattfinden, wird sich zeigen. Im vergangenen Jahr kamen die 13 angepeilten Flüge pro Woche nicht immer zustande – der einzigen Fluggesellschaft Sundair fehlten schlicht Flieger.

Weitere Informationen

Wöchentlicher Flugplan ab Sommer

Mallorca (4 Flüge), Kreta (3), Rhodos (2), Kos (2) Hurghada/Ägypten (2), Varna/Bulgarien (2)

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Der Flughafen kündigte pro Forma bereits an, 15 neue Mitarbeiter wegen des erweiterten Angebots einstellen zu wollen. Bislang sind es 160. Geschäftsführer Lars Ernst sagte außerdem, schon bald würden erste Ziele für den kommenden Winter bekanntgegeben.

Finanzminister Schäfer: "Nicht nur Jubelmeldungen"

Politisch hat der umstrittene Airport gerade eine große Hürde genommen: Ende 2017 entschied die Landesregierung, ihn nicht zum Verkehrslandeplatz zurückzustufen. "Ein halbes Jahrzehnt Kassel Airport steht gewiss nicht nur für Jubelmeldungen", sagte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens.

Doch es brauche Zeit und einen langen Atem, um einen Flughafen am Markt zu etablieren. Der Kassel Airport habe beides hinbekommen und rechne sich für das Land Hessen. Er sichere Arbeitsplätze und sorge für Steuereinnahmen in beträchtlicher Höhe.

Die Opposition im Landtag sah das freilich anders. Während sich der grüne Koalitionspartner bei einer Diskussion zum Flughafen Ende des Jahres noch diplomatisch gab ("Geld ist weg, es lässt sich nicht zurückholen"), kamen aus Kreisen der Linken ("Millionengrab") und der FDP ("Mit dieser Landesregierung kann das nichts werden") weniger versöhnliche Töne.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Standpunkt zur Entscheidung um den Airport Kassel

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Für 280 Millionen Euro gebaut

Das Land Hessen hält mit 68 Prozent den größten Anteil am Flughafen. Weitere Gesellschafter sind die Stadt und der Landkreis Kassel (je 13 Prozent) sowie die kleine Gemeinde Calden (sechs Prozent). Der Kassel Airport wurde 2013 eröffnet, die Baukosten beliefen sich auf über 280 Millionen Euro.