Weihnachtsbeleuchtung in Kassel
Auf der Königsstraße in Kassel sind am Samstagabend für eine Stunde die Lichter ausgegangen. Bild © picture-alliance/dpa

Weihnachtsmärkte, Glühweinduft und eine festliche Beleuchtung - ohne sie mag keine rechte Vorweihnachtsstimmung aufkommen. Doch dem Einzelhandel fehlt mancherorts das Geld für den aufwendigen Lichterglanz. Um ein Zeichen zu setzen, sind in Kassel am Abend die Lampen ausgegangen.

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Mehr als 9.000 Lichter überspannen in der Adventszeit die Kasseler Königsstraße und tragen dort viel zur vorweihnachtlichen Stimmung bei. Doch am Samstagabend ist diese Beleuchtung für eine Stunde ausgeschaltet worden - als Warnung. Mit dieser Aktion soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr gesichert ist.

Organisiert und finanziert wird die festliche Beleuchtung von den City-Kaufleuten. Aber nicht von allen. "Viele Geschäfte leiden unter der Konkurrenz durch den Online-Handel und haben deshalb kaum noch Mittel, sich an den Kosten zu beteiligen", erklärte der Sprecher der City Kaufleute, Alexander Wild.

Es fehlen rund 35.000 Euro

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Warum die Händler die Beleuchtung für eine Stunde ausschalten

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Andere, vor allem überregionale Ketten, zeigten grundsätzlich kein Interesse an einer Verschönerung des Umfelds. Die Kosten für die vorweihnachtliche Beleuchtung in der Innenstadt liegen pro Jahr bei rund 70.000 Euro. Von den Einzelhändlern, die ihren Beitrag auf freiwilliger Basis zahlen, werden davon rund 35.000 Euro aufgebracht. Die restliche Summe müsse aus anderen Quellen querfinanziert werden, erklärte Wild. Sollte die Entwicklung anhalten, müsse die Weihnachtsbeleuchtung der Kasseler Innenstadt vielleicht für immer eingestellt werden.

Auch Hessens größte Einkaufsstraße, die Zeil in Frankfurt, muss schon im zweiten Jahr in Folge ohne Weihnachtsbeleuchtung auskommen. Die ansässigen Geschäfte und Händler hatten sich nicht auf die Finanzierung einer neuen Beleuchtung einigen können.