Firmenschild des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke, durch Gitterstäbe fotografiert.

Das Firmengelände steht schon zum Verkauf, jetzt gehen nach dem Fleischskandal endgültig die Lichter aus: Der insolvente nordhessische Fleischhersteller Wilke hat seinen verbliebenen Mitarbeitern gekündigt.

Ein Käufer für den insolventen Wursthersteller Wilke in Twistetal (Waldeck-Frankenberg) konnte nicht gefunden werden. Deshalb wurde den verbliebenen 62 Mitarbeitern gekündigt, wie Insolvenzverwalter Mario Nawroth am Freitag nach einer Gläubigerversammlung in Korbach bestätigte. Mit dem Betriebsrat solle noch ein Sozialplan abgeschlossen werden: "Die Abstimmungen hierzu laufen."

Vorhandenes Vermögen des Unternehmens solle verwertet werden, um Ansprüche von Gläubigern zu befriedigen. Die bestehenden rechtlichen Auseinandersetzungen würden fortgesetzt, sagte Nawroth, ohne Details zu nennen. Da die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die laufenden Kosten zu decken, steht das Firmengelände schon seit vergangener Woche zum Verkauf.

Gegen Produktionsstopp gewehrt

Mehrfach hatte sich der wegen Keimfunden geschlossene Wurstproduzent Wilke erfolglos gegen einen behördlich verhängten Produktionsstopp gewehrt. In Wurst-Waren von Wilke waren Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. 37 Krankheitsfälle, darunter drei Todesfälle, werden mit Wilke in Verbindung gebracht.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Geschäftsführer, die stellvertretende Geschäftsführerin und den Produktionsleiter unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und gewerbsmäßigen Betrugs.