Simulation des Neubaus für die Pfungstädter Brauerei

Nicht weniger als die "modernste Brauerei der Welt" versprach ein Investor dem kriselnden Traditionsunternehmen Pfungstädter. Entstehen sollte sie auf dem Gelände eines stillgelegten Schwimmbads. Doch nun steht das Projekt vor dem Aus.

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Die Versprechungen klangen vollmundig: Nicht weniger als die "modernste Brauerei der Welt" sollte in den kommenden Jahren auf dem Areal des geschlossenen Freibads in Pfungstadt (Darmstadt-Dieburg) entstehen. Ein Millionenprojekt, das die kriselnde Traditionsbrauerei Pfungstädter fit für die Zukunft machen sollte. Doch daraus wird vorerst nichts. Die Stadt hat die Verhandlungen mit dem Investor auf Eis gelegt.

Keine Bereitschaft zur Absicherung

Wie die Kommune am Mittwochabend per Pressemitteilung bekannt gab, wurden die Verhandlungen über den Verkauf des Schwimmbad-Grundstücks ausgesetzt. Als Grund führt die Stadtverwaltung an, dass der Investor - ein Unternehmer aus dem Rhein-Main-Gebiet - sich weigert, bestimmte Garantien abzugeben. So sollte vertraglich festgehalten werden, dass das Grundstück an die Stadt zurückfällt, falls es nicht zum Neubau einer Brauerei kommt.

Im Verlauf der Verhandlungen sei deutlich geworden, "dass keine wirkliche Bereitschaft existiert, der Stadt hinsichtlich einer solchen Absicherung entgegenzukommen", heißt es in der Mitteilung. Diese Zusicherung stehe aus Sicht der Stadt jedoch nicht zur Disposition. Auch ein von der Stadt geforderter Finanzierungsnachweis für den Grundstückserwerb sei bis heute nicht erbracht worden.

  1. Da zudem bereits Anfang dieser Woche, die Verhandlungen zwischen Investor und der Pfungstädter Brauerei ausgesetzt worden seien, seien weitere Gespräche derzeit "nicht zielführend". Die Brauerei sei weiter bereit, die Verhandlungen fortzuführen, sagte ein Sprecher. "Unabhängig davon werden die Gespräche und Verhandlungen mit anderen Investoren fortgesetzt und intensiviert."

Schon früh Zweifel an Seriösität

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Bereits kurz nach Bekanntwerden der Brauerei-Pläne, hatten Lokalpolitiker in Pfungstadt Zweifel an der Seriösität des Investors angemeldet. Die Stadtverordnetenversammlung hatte dennoch Mitte Dezember Verhandlungen zugestimmt, diese jedoch in einem Eckpunktepapier an mehrere Bedingungen geknüpft. So sollte der Investor verpflichtet werden, sich finanziell am Bau eines neuen Schwimmbads und der Anschaffung eine Feuerwehrfahrzeugs zu beteiligen. Die Stadt behielt sich zudem das Recht vor, die Verhandlungen ohne Begründung abzubrechen.

Hintergrund des geplanten Neubaus sind die rückläufigen Umsätze der Pfungstädter Brauerei. 2018 war der Umsatz von 24 auf 20 Millionen Euro gefallen. Der Bierabsatz ging von 220.000 auf 200.000 Hektoliter zurück. Auf dem derzeitigen Brauereigelände sollten neue Wohnungen entstehen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 09.02.2020, 19.30 Uhr