Schüler der Eichendorffschule beim Spielen ihres Main-Taunus-Kreis-Brettspiels
Schüler der Eichendorffschule beim Spielen ihres Main-Taunus-Kreis-Brettspiels. Bild © hr

Spielerisch Struktur und Geschichte des Main-Taunus-Kreises kennen lernen - das ist die Idee eines Brettspiels, das Schüler aus Kelkheim erfunden haben. Der Absatz läuft bestens. Nun standen sie im Finale eines Bundeswettbewerbs.

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Ein paar Jugendliche sitzen vor dem alten Rathaus in Kelkheim und beugen sich über ein Spielbrett. Darauf zu sehen sind eine grafische Darstellung des Main-Taunus-Kreises und des Mains sowie etliche Felder für die Spielfiguren. Ein Mädchen würfelt eine Drei. Damit kann sie ihre Figur auf dem Spielfeld von Hofheim bis Liederbach bewegen. Sie zieht eine Fragekarte: "Wo befand sich bis 1987 der Sitz der Kreisverwaltung des Main-Taunus-Kreises?" Alle in der Runde kennen die richtige Antwort: Höchst, längst eingemeindet nach Frankfurt.

Dass das alle wissen, ist in dem Fall nicht weiter verwunderlich. Die Jugendlichen, die hier zusammensitzen, haben das Spiel entwickelt. Und nicht nur das: 13 Zehntklässler der Eichendorffschule in Kelkheim haben aus Anlass des internationalen Wettbewerbs "Junior" die Schülerfirma REGames gegründet und vertreiben das gleichnamige Brettspiel inzwischen im gesamten Kreis.

Regionales stärken im Zeitalter der Digitalisierung

Das Konzept hinter dem Wettbewerb, den das Bundeswirtschaftsministerium fördert: Schüler lernen, wie ein Unternehmen funktioniert, indem sie selbst eines gründen. Sie sollen damit auch Einnahmen erzielen. "Die Zahlen sehen gut aus", sagt Produktionsleiterin Zineb El Khoual. Die projekteigene Umsatzgrenze von 15.000 Euro hat REGames mit der bereits ausverkauften ersten Auflage von 500 Spielen schon erreicht. Die Schülerinnen und Schüler denken über eine zweite Auflage nach.

REGames steht für Regional Experience Games. Im Spiel geht es um genau das, was der Name verspricht: die Region. "Im Zeitalter der Digitalisierung war es uns wichtig, mal was Regionales zu machen", sagt Nicola Krug, die Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma. "Man unternimmt mit seiner Spielfigur eine Reise durch den Main-Taunus-Kreis", erklärt Anna Werner die Spielidee. Die 16-Jährige ist die Pressesprecherin der Firma.

Sieger im Landeswettbewerb

Über das hellgrüne Spielfeld, das einige Sehenswürdigkeiten und alle Städte des Kreises zeigt, ziehen Figuren entlang von B8 oder A66 oder Main. Wer auf einem der dunkelgrünen Felder landet, muss eine Frage über den Main-Taunus-Kreis bewantworten. Auch Aktionsfelder gibt es. Da steht dann zum Beispiel: "Der Äppelwoi aus Kriftel gibt dir neue Kraft." Damit kann der Spieler eine Runde weiter ziehen.

Ein Jahr Arbeit steckt in dem Spiel: Die Schüler entwickelten die Spielidee, lernten, Bilanzen zu schreiben, designten die Webseite, das Spielbrett und einen Messestand, richteten einen Onlineshop ein. Die Jury des Landeswettbewerbs befand das preiswürdig. REGames setzte sich im März gegen die anderen hessischen Schülerfirmen durch.

Im Bundesfinale ist früh Schluss

Am Donnerstag traten die Kelkheimer beim Finale des Bundeswettbewerbs in Berlin gegen die anderen Landessieger an. "Ich bin happy, das geschafft zu haben, und gespannt auf die anderen Firmen", sagt die Vorstandsvorsitzende Nicola Krug. Mit ihnen maßen sich die Kelkheimer in einer Bühnenpräsentation vor einer Jury und großem Publikum. Zu einer Qualifikation für die letzte Finalrunde reichte es dabei leider nicht.

Die Eichendorffschule aus Kelkheim nahm schon zum fünften Mal an dem "Junior"-Wettbewerb teil. Patenlehrer Roland Struwe begleitet die Schüler seit den Anfängen ihrer Firma und nun auch nach Berlin zum Bundesfinale. Er findet, dass seine Zehntklässler das Projekt hochprofessionell angegangen seien. "Ich platze vor Stolz", sagt er - ganz unabhängig von der Platzierung.

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Ein paar Fragen aus dem MTK-Spiel

1. Der Abschnitt der A66 von Frankfurt-Höchst bis zum Eschborner Dreieck ist achtspurig und gehört zu den meistbefahrenen Autobahnabschnitten in ganz Deutschland. Wie viele Autos fahren dort täglich zusammen in beide Richtungen?
A 70.000
B 140.000
C 280.000
D 560.000
(Richtig: B)

2. Was ist die Limesspange?
A Eine Praxis für Kieferorthopädie in Sulzbach.
B Ddie durch Schwalbach verlaufende Schnellstraße.
C Ein Wanderweg in Hochheim, auf dem man den Spuren der Römer folgen kann.
D Der Röhrenspielplatz in Liederbach.
(Richtig: B)

3. Die B8 sollte ursprünglich noch weiter gebaut werden. Warum wurde der Bau nicht gefördert?
A Der Untergrund ist zu weich, da der Boden sehr feucht ist.
B Das Geld reichte nicht aus. Das Projekt wurde zu teuer.
C In dem Gebiet leben geschützte Tiere.
D Nach einem Regierungswechsel wollte die neue Regierung andere Projekte bevorzugt umsetzen.
(Richtig: C)

4. Welche zwei Gemeinden aus dem MTK gehörten zu den letzten Reichsdörfern des Heiligen Römischen Reiches, die unmittelbar dem Kaiser unterstanden und keinem anderen Landesherrn untergeordnet waren?
A Bad Soden und Sulzbach
B Kriftel und Hofheim
C Kelkheim und Liederbach
D Flörsheim und Hochheim
(Richtig: A)

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 11.06.2019, 19.30 Uhr