Menschenmasse mit Frauen und Männern mit gelben Westen. Eine Frau hält ein Schild mit dem Text "Gute Bildung gibt es nicht im Sonderangebot".

Vor allem in Süd- und Mittelhessen sind am Mittwoch weit über 1.000 Erzieherinnen und Erzieher auf die Straße gegangen, viele Kitas blieben geschlossen. Der Warnstreik wird am Donnerstag in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet fortgesetzt.

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Warnstreik an hessischen Kitas

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Nachdem bereits am Mittwoch viele Kitas in Hessen geschlossen oder nur teilweise geöffnet waren, geht der von der Gewerkschaft Verdi organisierte Warnstreik der Erzieherinnen und Erzieher am Donnerstag in die zweite Runde.

Am Mittwoch waren vor allem städtische Kitas und Betreuungseinrichtungen in Süd- und Mittelhessen betroffen. Am Donnerstag trifft es dann das Rhein-Main-Gebiet. Die Stadt Frankfurt etwa bittet Eltern, sich bei ihrer jeweiligen Kita zu informieren, ob eine Notbetreuung möglich ist.

Rund 1.600 Menschen auf der Straße

Nach Angaben von Verdi-Sprecherin Ute Fritzel beteiligten sich am Mittwoch rund 1.600 Menschen an den Kundgebungen in Darmstadt, Marburg, Rüsselsheim und Wiesbaden.

In vielen Städten und Gemeinden der Region blieben Kitas und Schulbetreuungen geschlossen oder hatten nur eingeschränkt geöffnet. In Rüsselsheim und Raunheim (Groß-Gerau) etwa bleiben alle Einrichtungen zu.

Am Donnerstag findet eine Kundgebung in Frankfurt statt. Wie viele Menschen dort teilnehmen werden, ist noch unklar. Verdi-Sprecherin Fritzel erwartet jedoch viele Erzieher und Erzieherinnen aus dem Umland.

Bundesweite Warnstreiks

Verdi fordert für die Beschäftigten in den Kitas und Betreuungseinrichtungen unter anderem mehr Geld, Zeit für pädagogische Arbeit durch Vor- und Nachbereitungszeiten sowie Zeit für die Begleitung von Praktikanten.  

Hintergrund der bundesweiten Warnstreiks sind die Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Zwei vorangegangene Tarifrunden im Februar und März endeten ergebnislos. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 16. und 17. Mai in Potsdam statt.

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Kristin Ideler sagte, dass auf der Arbeitgeberseite bislang kein Umdenken stattgefunden hätte: "Deshalb sehen wir uns gezwungen, vor der nächsten Verhandlungsrunde kommende Woche den Druck noch einmal zu verstärken."  

Bereits vergangene Woche hatten sich mehr als 3.000 Menschen an einem Warnstreik beteiligt. Betroffen waren Einrichtungen in Frankfurt, Hanau sowie in und rund um Kassel und Gießen.

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Kita-Personal streikt hessenweit

hs
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