Ihre Kommentare Unbegrenzter bezahlter Urlaub - was halten Sie davon?

11 Kommentare

  • Ist sicher ein Konzept, dass nicht zu jedem Geschäftsmodell passt. Aber warum nicht, wenn Arbeitnehmer- und Arbeitgeber sich einig sind. Wenn ich das recht verstanden habe, wird am Ende des Artikels darauf verwiesen, dass es eine freiwillige Maßnahme ist, die den Mitarbeitern nicht verordnet wird.

  • @ Simone Stoll-Marx aus Wehrheim

    Ihre individuelle Freiheit liegt natürlich auch nur darin unter der Brücke zu schlafen, wie es ihr Namensvetter Karl Marx so schön beschreibt. Wenn Sie Selbstständig, also selbst und ständig ihre Reproduktionskosten decken müssen, haben Sie dafür andere Freiheiten, welche abhängig Beschäftigte nicht genießen. Es ist letztlich ihr Entscheidung ob ihr Geschäftsmodell so erfolgreich ist und mehr als 24 Tage Urlaub hergibt oder nicht. Ob Sie sich jetzt richtig in Ihr Unternehmung reinhängen oder Sie mit z.B. 55 Jahren nach geschaffenem finanziellem Puffer in den Ruhestand gehen ist nicht die Entscheidung Ihrer Beschäftigten und ihrees Urlaubsanspruches, deswegen kann ich ihr persönliches Klagen nicht nachvollziehen.

    Tarifverträge nützen hier am meisten, klare Regeln zu verbindlichen Modalitäten. Damit hat auch jeder Unternehmer Planungssicherheit. Trauen Sie sich, die Gewerkschaften beraten Sie gerne.

  • Ist doch nett. Die Arbeitnehmer sind selbst dafür verantwortlich, dass das Projekt läuft und das sie nicht in Urlaub gehen, wenn es Schwierigkeiten gibt. Und der Arbeitgeber spart sich die Kosten für weitere Mitarbeiter, die vertreten oder unterstützen können. Das klingt alles so wahnsinnig toll, bis man dann in einem Unternehmen ist, bei dem es darauf ankommt, dass jeder cent an die shareholder geht und am Personal gespart wird, bis eigentlich keiner mehr nach Hause oder in Urlaub gehen kann.

    Hier wird das unternehmerische Risiko an die Arbeitnehmer abgewälzt. Kann man machen, wenn sie auch so bezahlt werden. Da muss sich dann halt jeder selber überlegen, ob er Arbeitnehmer oder Unternehmer sein möchte.

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    zu meinem bereits mitgeteilten Kommentar möchte ich noch ergänzen:
    Zu den durchschnittlichen 29 Tagen Urlaub kommen noch die Feiertage und Krankheitstage dazu! Dazwischen wir dann mal gearbeitet, ha ha ha.

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich halte davon überhaupt nichts! Arbeitnehmer haben in Deutschland schon genug Rechte und Vorteile. Arbeitnehmer genießen hier absoluten "Welpenschutz".
    Ich selber habe ein kleine Firma und dieses Modell wäre für uns überhaupt nichts.
    Vielmehr sollte man kleine Firmen unterstützen, auch diese haben jeden Tag zu kämpfen und erhalten so gut wie keine Unterstützung. Hier sollte auf jeden Fall mehr getan werden und nicht noch die Arbeitnehmer unterstützen, welche schon genug Vorteile haben.
    Ich denke 29 Tage Urlaub sind wirklich sehr sehr viel für die Arbeitnehmer.
    Mein Mann und ich haben 10 Tage Urlaub im ganzen Jahr! Dies interessiert auch niemanden, wie es uns dabei geht. Auch der Verdienst von vielen qualifizierten Arbeitnehmer ist ordentlich.
    Von solchen Gehältern können wir nur träumen. Zu den durchschnittlichen 29 Tagen Urlaub kommen noch die Feiertage und Krankheitstage dazu! Dazwischen wir dann mal gearbeitet, ha ha ha.

  • Also einen Trend kann ich nicht erkennen. Nur weil zwei, drei hippe Jungunternehmen so etwas machen, ist es noch lange kein Trend. Ich finde mich auch eher auf Seiten der Bedenkenträger wieder. Ich kenne die Sprüche zur Genüge, man brauche keine festen Arbeitszeiten und dergleichen, das sei doch von vorgestern. Ja, so lange man eben jung und gefragt ist, oder keine anderen Probleme auftreten. Ich bin Anfang des Jahres wegen eines Unfalls wochenlang ausgefallen. Traut man sich dann bei so einem Modell überhaupt noch, Urlaub zu nehmen? Und das kürzliche Urteil des EuGH zur pflichtgemäßen Erfassung der Arbeitszeiten kann ich nur begrüßen. Damit wird die Arbeitszeit dokumentiert, Gesetzesverstöße, wie sie zum Beispiel bei der Maximalgrenze von 10 Stunden täglich oft vorkommen, werden so zum Schutz der Beschäftigten deutlich erschwert. Engagement und Leistung an sich werden damit ja nicht unmöglich, um es mal ironisch zu formulieren...

  • Ich gehe eher davon aus, dass hier Arbeitgeber, "nett verpackt", darauf spekulieren, dass Arbeitnehmer dann schon, "von sich aus", eher weniger Urlaub nehmen und längere Arbeitszeiten für das Unternehmen zur Regel werden. Mann muss sich seine Urlaubsrecht ja auch "verdienen". Dass wird besonders deutlich, da hier auch darauf abgehoben wird, dass der genommene Urlaub und die geleisteten Arbeitsstunden "selbstverständlich" nicht kontrolliert werden

  • Warum nicht gleicht 8 Wochen Urlaub pro Jahr das kommt besser, jeder sollte soviel Urlaub nehmen wie er möchte. 8 Wochen pro Jahr egal in welchem Unternehmen würde keine Finanzielle Nahctiele entstehen. Hauptsache man hat einen erholten, ausgeruhten(e) Mitarbeiter(in).

  • Eine schöne Idee, leider in der Praxis nicht für jeden geeignet. Wir haben in unserer Firma jetzt Vertrauensarbeitszeit für das mittlere Management. Einige von denen hätten nun gerne wieder die gute alte Stechuhr zurück, damit man sieht, was sie leisten. Und wieder andere kommen und gehen nun tatsächlich wann sie wollen, gerne auch morgens später und abends früher, bei gleichem Gehalt wie früher, und überlassen ihre Arbeit lieber den Kollegen und Mitarbeitern.
    Das sorgt natürlich für Neid und Mißgunst in der Belegschaft.
    Also, wenn ein Unternehmen so etwas anbietet, sollte es darauf achten, dass sämtliche Mitarbeiter in den Genuß kommen, und nicht nur höher gestellte.

  • Grundsätzlich finde ich das als Betriebsratsvorsitzender eines Mittelständischen Konzerns skeptisch. Diese Regelung erfordert sehr genaue Zielvorgaben in administrativen Bereichen.
    In Betrieben mit einer Produktion und vollkontinuierlicher 3- Schicht ein sicherlich Spannendes Experiment. Ich bin mir sicher die Krankheitstage gehen stark zurück und so mancher Mitarbeiter kommt locker auf 100 Urlaubstage. Da Neid und Missgunst ein Teil des Deutschen Wesens ist, würde es vermehrt zu Spannungen innerhalb der Belegschaft kommen.

    In einem Hipsterbetrieb mit Clean Desk und 20 Mitarbeitern mag das vielleicht funktionieren, in der Praxis eines Produktionsbetriebs eine Utopie.

  • Wenn sich diese Regelung durchsetzt, wird dies zu einem weiteren ausbluten der Handwerksbetriebe führen.
    Nur IT-Unternehmen u.ä. können sich diesen Luxus leisten.