Schachtanlage Hattorf von K+S

Die Schulden hoch, die Aktie unter Druck: Mit dem Verkauf seiner US-Tochter verschafft sich der Kasseler Salzproduzent K+S Luft. Die Börse reagiert höchst erfreut.

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S ist bei dem geplanten Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts fast am Ziel. Das Kasseler Unternehmen teilte am Montagvormittag mit, man befinde sich in "sehr fortgeschrittenen Verhandlungen mit Stone Canyon Industries Holdings LLC über einen möglichen Verkauf der Operativen Einheit Americas". Der Kaufpreis solle rund 2.7 Milliarden Euro betragen.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der Verkauf der amerikanischen K+S-Tochter noch diese Woche besiegelt werden könnte. K+S hatte bereits angekündigt, sich von seinem Salzgeschäft in Nord- und Südamerika trennen zu wollen.

Aktienkurs geht nach oben

Für K+S könnte der Verkauf ein finanzieller Rettungsanker sein, auf den Aktienkurs hatte die Nachricht bereits Einfluss, am Montagmorgen ging der Aktienkurs von K+S deutlich nach oben. Aktionäre von K+S hatten zuvor herbe Verluste hinnehmen müssen, die Aktie hatte in den vergangenen fünf Jahren rund zwei Drittel ihres Wertes verloren.

K+S hatte das US-Unternehmen Morton Salt für rund 1,7 Milliarden Dollar gekauft und im März angekündigt, die Sparte wegen der hohen Schulden bei K+S wieder verkaufen zu wollen. Die Schulden hatten die Kasseler durch den milliardenteuren Bau eines Kaliwerks in Kanada angehäuft.

Der Abbau der Schulden geriet auch wegen träger Geschäfte ins Stocken geriet. Unter anderem durch den Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts soll die Verschuldung bis Ende 2021 früheren Angaben zufolge um deutlich mehr als zwei Milliarden Euro abgebaut werden.

Stellenabbau in Kassel erwartet

Der bei der Ankündigung umfassender Maßnahmen im Dezember ebenfalls in Betracht gezogene Teilverkauf der Sparte "Europa+", zu der auch das neue kanadische Kaliwerk Bethune zählt, ist damit vom Tisch. Alleine in diesem Jahr sank der Börsenwert des im MDax notierten Unternehmens um 45 Prozent auf nur noch knapp 1,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Herbst 2015, als das Unternehmen noch im Dax notiert war, lag der Wert noch bei rund sechs Milliarden Euro.

Der Verkauf des Amerikageschäfts ist mit Sparmaßnahme in Deutschland verbunden. In Kassel werden voraussichtlich Verwaltungsstellen abgebaut. Die Neuorganisation bedeute Einsparungen um 30 Prozent bei der Verwaltung, insgesamt 60 Millionen Euro ab 2021, teilte K+S mit.