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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurt bekommt doch keine neuen Ladestationen für E-Autos

Ein Elektroauto (BMW I3) wird an einer Ladesäule geladen.

Beim Ausbau der E-Mobilität sind andere Städte viel weiter als Frankfurt. Jetzt springt auch noch das Unternehmen ab, das 360 neue Ladestationen aufbauen sollte. Und das ist nicht das einzige Problem.

Der von der Stadt Frankfurt geplante Ausbau der Ladestationen für Elektrofahrzeuge gerät ins Stocken. Die Firma "Allego", die 280 Ladesäulen und 80 Schnellladesäulen in der Stadt aufbauen wollte, hat ihren Rückzug aus dem Projekt erklärt.

Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsdezernats auf eine Anfrage aus der CDU-Fraktion hervor. Zuvor hatte die Frankfurter Rundschau berichtet, die Firma sei nach einem Führungswechsel ausgestiegen. Die Gründe sind bislang unklar.

Siebenfache Menge nötig

Frankfurt liegt beim Thema Lade-Infrastruktur im Vergleich zu anderen Großstädten zurück. Die Stadtverordneten hatten deshalb kürzlich ein Konzept zum Ausbau der E-Mobilität verabschiedet. Dieses sieht insbesondere weitere Schnellladepunkte vor.

Die Stadt schätzt den Bedarf an Ladepunkten auf insgesamt 800, etwa sieben Mal mehr, als aktuell vorhanden. Zum Vergleich: In München gab es im Januar bereits rund 1.100 Ladesäulen für E-Autos, in Berlin 970.

"Fehlende Personalkapazitäten"

Ein weiteres Problem, das den Ausbau verzögert, ist offenbar fehlendes Personal der Stadt. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) schreibt in der Antwort an die CDU: Um die Genehmigungs- und Abstimmungsprozesse zu beschleunigen, "bedarf es analog anderer deutscher Großstädte eines zentralen städtischen Ladeinfrastruktur-Beauftragten".

Dieser Beauftragte solle im Genehmigungsverfahren zwischen den verschiedenen Instanzen koordinieren. Dazu fehle es unter anderem derzeit allerdings "an freien Personalkapazitäten".

Was hilft da der Bonus?

Dabei wären weitere Ladesäulen dringend notwendig. Elektroautos waren im vergangenen Jahr so gefragt wie nie, wie das hessische Kfz-Gewerbe zu Jahresbeginn mitteilte. Hauptgrund war der so genannte "Umweltbonus", mit dem die Bundesregierung bis 2025 den Umstieg auf Elektroautos fördern will.

Das wegen der Corona-Pandemie am Freitag verabschiedete Konjunkturpaket der Bundesregierung sieht nun eine Verdoppelung der Förderungen vor - von 3.000 auf 6.000 Euro je Kauf. Hinzu kommt eine Förderung der Hersteller. Und: Ohne die Schnellladesäulen liegt wohl auch das vom Frankfurter Wirtschaftsdezernat geplante Elektrotaxi-Projekt vorerst auf Eis.

Sendung: hr-iNFO, 12.06.2020, 19 Uhr