Helaba-Zentrale

Die eigens verordnete Verschlankungskur bei der Helaba trifft wie befürchtet die Mitarbeiter: Die Landesbank will in den kommenden drei Jahren bis zu 400 Stellen streichen.

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Angesichts von Kosten- und Ertragsdruck baut die Landesbank Helaba Hunderte Stellen ab. Bis 2023 würden 380 bis 400 Arbeitsplätze gestrichen, teilte das Institut am Mittwoch mit.

"Mit der neuen und deutlich verschlankten Organisation wollen wir die Nähe zu unseren Kunden weiter erhöhen", erklärte Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker in Frankfurt. "Dazu stärken wir unter anderem unseren Vertrieb und führen die Kunden- und Produkteinheiten zusammen." Zugleich würden Abwicklungseinheiten gebündelt und Prozesse gestrafft.

Stellenabbau "alternativlos"

Die neue Struktur für die Landesbank Hessen-Thüringen solle ab Mitte März greifen. Der Abbau der Jobs treffe alle Hierarchieebenen in der Kernbank mit zuletzt 2.600 Vollzeitkräften und solle sozialverträglich erfolgen, hieß es. Entsprechende Verhandlungen mit dem Personalrat liefen. Zugleich werde die Helaba, die konzernweit rund 6.000 Menschen beschäftigt, in neue Stellen etwa in der IT investieren. Das Institut ist als Dienstleister in Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg Partner für 40 Prozent aller deutschen Sparkassen.

Die Helaba, die eine Fusion mit dem Wertpapierdienstleister Deka auslotet, hatte das Sparprogramm "Scope" schon angekündigt, um den Kostenanstieg zu bremsen. "Um die Schlagkraft der Bank zu erhöhen und sie effizienter, agiler und kostengünstiger aufzustellen, ist der eingeschlagene Weg der Kosteneinsparungen angesichts der Herausforderungen in unserer Branche auch für die Helaba alternativlos", erklärte Grüntker, der im Sommer in Ruhestand geht.

Verglichen mit anderen Landesbanken hat die Helaba die Finanzkrise 2007/2008 ohne staatliche Rettungsgelder überstanden. 2012 übernahm sie Teile der zerschlagenen WestLB. Doch die Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank, der harte Wettbewerb in der Branche und die Digitalisierung setzen auch der Helaba zu.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 19.02.2020, 13 Uhr