Die Pleite des Finanzdienstleisters Wirecard beschert dem Landgericht Frankfurt eine Flut an Zivilklagen gegen die Aufsichtsbehörde Bafin.

Gerichtspräsident Wilhelm Wolf sprach am Freitag von bislang 1500 Klageeingängen, die von den Zivilkammern des Gerichts bearbeitet werden müssten. Weitere 20 000 Verfahren seien von diversen Anwaltskanzleien angekündigt worden. In den Prozessen geht es um möglichen Schadenersatz der Aktionäre wegen fehlender oder unzureichender Aufsichtführung der Bafin.

Darüber hinaus steigt laut Wolf auch die Arbeitsbelastung der Strafkammern. Hier habe die technische Möglichkeit, eine spezielle Verschlüsselungssoftware ("Encrochat") entschlüsseln zu können, zu zahlreichen neuen und komplizierten Strafverfahren, vor allem um Rauschgiftdelikte, geführt. "Uns fehlen rund 30 Richter", sagte Wolf. Das Landgericht Frankfurt ist mit rund 150 Richtern das größte Landgericht in Hessen.