Passagiere vor der Sicherheitskontrolle am Frankfurter Flughafen

Das Problem ist nicht neu am Frankfurter Flughafen: Lange Schlangen an den Sicherheitskontrollen, entnervte Passagiere, verpasste Flüge. Betreiber Fraport und die Bundespolizei hatten Abhilfe in Aussicht gestellt. Doch nun häufen sich die Probleme erneut.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter halten die Passagiere mit ihrem Frust nicht hinterm Berg. Von "Versagen am Flughafen Frankfurt" ist da die Rede, von "inkompetentem Management" und "völligem Chaos". Darunter Fotos von Warteschlangen vor dem Zugang zu den Sicherheitskontrollen in Terminal 1.

Lufthansa sieht Verschlechterung

#Versagen am #FlughafenFrankfurt #FRA von @FraportAG & @bpol_air_fra - von 15(!) Sicherheitskontrollen waren 2 (!) geöffnet: lange Warteschlangen; Dutzende von Passagiere verpassten Flüge. Die zuständige #Bundespolizei hatte zu wenig Personal angefordert ... cc @hessenschau 1/2

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Bilder wie man sie in den letzten Jahren immer wieder zu sehen bekam - vor allem zu Beginn der Ferienzeit. Im Sommer 2018 verpassten tausende Passagiere wegen langer Wartezeiten an den Kontrollpunkten ihre Flüge. Doch die Fotos sind neueren Datums. Sie stammen von Mitte September. Dabei hatten sowohl Flughafenbetreiber Fraport als auch die für die Sicherheitskontrollen zuständige Bundespolizei Abhilfe bei den "Staus" vor dem Sicherheitsbereich versprochen.

Es sind nur Momentaufnahmen, die bei Twitter die Runde machen. Doch auf hr-Anfrage bestätigt die Lufthansa, dass es im September wieder verstärkt zu Verzögerungen bei den Sicherheitskontrollen kam. "Nachdem im Sommer eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war, ist in den vergangenen Wochen leider eine Verschlechterung zu verzeichnen, die unsere Fluggäste betrifft", erklärte Lufthansa-Pressesprecher Michael Lamberty auf hr-Anfrage.

Besondere Belastung durch die IAA

Der Grund ist nach übereinstimmenden Angaben von Fraport und Bundespolizei eine Kombination von außergewöhnlich hohem Passagieraufkommen und den bereits bekannten Personalengpässen bei den Sicherheitsdienstleistern. Auch wenn die Sommerferien für die meisten Menschen schon einige Wochen zurückliegen, ist der September ein starker Reisemonat.

In Frankfurt kam zudem eine große Anzahl Geschäftreisender hinzu, heißt es von Fraport. Und die hatten Mitte September vor allem ein Ziel: Die Internationale Automobilausstellung IAA. Am vergangenen Sonntag, dem Messeschluss, lag die Zahl der Fluggäste nach Angaben von Fraport bei 240.000.

"Von unseren Subdienstleistern wurde uns berichtet, dass es teilweise das Phänomen gab, dass Leute am Morgen mit dem Flugzeug zur IAA anreisten und abends wieder nach Hause flogen - innerhalb Deutschlands ", berichtet Reza Ahmari, Sprecher der Bundespolizeidirektion am Frankfurter Flughafen. Bei so einem hohen Fluggastaufkommen ließen sich längere Wartezeiten selbst dann nicht mehr vermeiden, wenn alle Kontrollstellen besetzt wären, so Ahmari.

"Überholspuren" sollen ausgebaut werden

Dass sie dies oft allerdings nicht sind, liegt daran, dass die von der Bundespolizei mit der Fluggastkontrolle beauftragten Unternehmen nach wie vor Personalengpässe plagen. "Gerade in Spitzenzeiten kann es zu personellen Engpässen bei allen Sicherheitsdienstleistern am Flughafen Frankfurt kommen", erklärt Fraport.

"Es gibt einfach nicht genug Leute auf dem Arbeitsmarkt, die den Anforderungen genügen", erklärt Bundespolizeisprecher Ahmari. Zwar sei die Zahl der Bewerber, die nach der zehnwöchigen Fortbildung zum Luftsicherheitsassistenten die behördliche Prüfung nicht bestünden, rückläufig, dennoch bestünden weiterhin große Personallücken. Kämen dann noch Krankmeldungen hinzu, verzögere sich der Ablauf an den Sicherheitskontrollen spürbar.

Hoffnungen setzt die Bundespolizei auf die erst unlängst in Betrieb genommenen schnelleren Kontrollspuren am Terminal 1. Dort können nach Angaben der Bundespolizei Passagiere doppelt so schnell kontrolliert werden wie üblich. Die Bundespolizei plädiert bereits dafür, dieses Angebot auszubauen. Dafür braucht es allerdings zusätzlichen Platz - und auch etwas Zeit.