Hai Aquarium
In Pfungstadt soll ein Hai-Aquarium entstehen. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Der hartnäckige Widerstand gegen das geplante Hai-Aquarium in Pfungstadt ist offenbar gebrochen. Letzte Klagen gegen das Millionenprojekt wurden abgewiesen, jetzt drückt der Bürgermeister aufs Tempo.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts Darmstadt erreichte Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch (SPD) mitten im Skiurlaub. "Es ist ein wichtiger Tag für uns - mit der zwingend notwendigen Entscheidung", sagte der Rathauschef am Freitag im alpinen Telefongespräch mit hessenschau.de.

Die Richter lehnten einen Eilantrag gegen den Verkauf von Grundstücken durch die Hessische Landgesellschaft HLG an den Betreiber eines geplanten Hai-Aquariums in der südhessischen Gemeinde ab. Es war wohl die letzte größere Hürde für das umstrittene Millionenprojekt "Shark City".

Kein Vorschlag zur Gegenfinanzierung

"Ich bin froh, dass das Eilverfahren in unsere Richtung ging", sagte Koch. Der Einspruch gegen den Grundstücksverkauf scheiterte laut Verwaltungsgericht an der Unzulässigkeit des entsprechenden Bürgerbegehrens, das die Stadtverordneten bereits Ende September abgelehnt hatten. Dagegen und gegen die Veräußerung der Gewerbefläche an den Investor hatte nun die Pfungstädterin Anita Oerterer stellvertretend für eine Bürgerinitiative geklagt.  

Konkret bemängelten Stadt und Gericht neben mehreren Formfehlern vor allem einen fehlenden Vorschlag zur Gegenfinanzierung für den Fall eines Verkaufsverzichts. Die Behauptung der Klägerin, der Stadt entstehe kein finanzieller Schaden, sei unzutreffend, erklärten die Richter und verwiesen unter anderem auf Einnahmen aus dem Verkauf sowie der Gewerbesteuer. "Das Bürgerbegehren war einfach falsch formuliert", meinte Bürgermeister Koch.

Verträge schon in der Schublade

Die Mitglieder der Bürgerinitiative zeigten sich am Freitag über die Entscheidung enttäuscht, verzichten aber auf weitere Rechtsmittel. Dem Bau der "Shark City" steht somit nichts mehr im Weg. Die Verträge seien ausgearbeitet und könnten noch im Februar finalisiert werden, sagte Koch. Trotz Protesten und Verfahren sei der Zeitplan nicht ins Stocken geraten. "Wir waren immer guter Dinge, dass wir gerichtlich siegen und haben das Bauplanverfahren vorangetrieben", erklärte der 41-Jährige.

Im Juli oder August könnte bei erteilter Genehmigung mit dem Bau begonnen werden, ein Jahr später soll das riesige Aquarium bereits Besucher anlocken. Herzstück soll ein 10,5 Millionen Liter fassendes Becken werden, das 38 Meter breit, 24 Meter tief und 12 Meter hoch ist. Hinzu sollen weitere Becken unterschiedlicher Größe mit einer Gesamtkapazität von 14 Millionen Litern kommen.

Die Kritiker hatten stets eine nicht artgerechte Haltung der 36 geplanten Haifisch-Gattungen bemängelt. "Ich verstehe die große Aufregung nicht", entgegnete Koch, "in Deutschland ist alles geregelt." Das sehen die Gegner um Anita Oerterer nicht ganz so und kündigten an, das Projekt weiter kritisch begleiten zu wollen.

Sendung: hr-iNFO, 26.01.2018, 10.00 Uhr