Bild eines Modells einer neuen Multifunktionshalle, die für Offenbach in Planung ist.

Im Ausschreibungsverfahren für den Bau einer seit langem geplanten Multifunktionshalle steht die Stadt Frankfurt nun ohne Bieter da. Der verbliebene Investor wollte seine Pläne nicht herunterschrauben.

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Die Pläne für eine geplante Multifunktionshalle am Kaiserlei-Kreisel zwischen Frankfurt und Offenbach drohen zu scheitern. Nachdem im Mai der erste Investor abgesprungen war, teilte nun auch der zweite Bieter der Stadt Frankfurt mit, kein Angebot für eine reine Sport-, Show- und Konzerthalle abzugeben. Das bestätigte am Dienstagabend eine Sprecherin des zuständigen Dezernenten Markus Frank (CDU). Zuvor hatten die Bild-Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber berichtet.

In der geplanten Halle soll unter anderem Eishockey und Basketball gespielt werden. Auf die Ausschreibung der Stadt hin bewarben sich zwei potenzielle Investoren. "Bevorzugter Bieter" war das Bieterkonsortium Langano. Dessen Angebot entsprach den Vorstellungen der Stadt am meisten. Bis zum Ablauf der Frist am 11. Mai ging jedoch kein finales Angebot ein.

Dezernent erklärt Ausschreibung für "formal beendet"

Die Stadt setzte in der Folge ihre Hoffnungen auf den Mitbewerber Anschutz-Entertainment-Gruppe (AEG). Deren Pläne waren freilich größer dimensioniert, als die Stadt es wollte - unter anderem mit einem Hotel. Daher bat sie den Investor, seine Planungen anzupassen. Dies lehnte er ab. Ein Sprecher des Unternehmens sagte der FAZ, man sei aber "bereit, auf Grundlage unseres alten Angebots weiterzuverhandeln".

Sportdezernent Frank nannte das Auschreibungsverfahren am Dienstag "formal beendet". Er verwies darauf, dass die Stadt eben keine Mantelbebauung der Halle wolle. Zum einen fehle dafür der Baugrund, zum anderen würde dies den Verkehrsknotenpunkt Kaiserlei übermäßig belasten. Wenn er sich auch gerade in den aktuell schwierigen Zeiten für die Eventbranche und für Sportvereine etwas anderes gewünscht habe, sei er nicht überrascht, das Anschutz von seinen großen Plänen nicht lassen wolle, "denn in anderen Städten ist der Investor mit diesem Konzept sehr erfolgreich unterwegs".

Jahrelanges Ringen um Halle

Frank erinnerte an sein jahrelanges Ringen um das Projekt: "Die Multifunktionshalle war eine existenzsichernde Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Profimannschaften Löwen (Eishockey) und Skyliners (Basketball)." Frank nannte auch die Stolpersteine, die schließlich allesamt aus dem Weg geräumt worden seien: den seit Jahren laufenden Umbau des Kaiserlei-Kreisels, der freilich erst die Fläche für eine Halle schafft; die Schwierigkeiten der Stadt Offenbach beim Erstellen des Bebauungsplans; die zunehmend ablehnende Haltung der Offenbacher Kommunalpolitiker.

Das städtische Grundstück an der Autobahn 661 sollte im Erbbaurecht vergeben werden. Parallel gibt es Investoren, die am Flughafen eine noch größere Arena errichten wollen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 16.09.2020, 12.50 Uhr