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Rund 900 Millionen Euro Soforthilfe sind bisher an hessische Betriebe ausgezahlt worden. Das Notprogramm der Landesregierung ist nun abgelaufen. Viele Förderprogramme und spezielle Hilfen aber gehen weiter. Hier eine Übersicht. Neu ist ein bundesweites Nothilfeprogramm für Studierende. Ab 16. Juni können Anträge gestellt werden.

An welchen Stellen können sich Selbstständige und Kleinunternehmer um Unterstützung oder Kredite bemühen? Wo können Steuererleichterungen beantragt werden? Welche Hilfen gibt es für Studierende und Vereine? Eine Linksammlung rund ums Thema Corona und Finanzen.

Entschädigung bei Tätigkeitsverbot oder Einkommensausfall wegen Quarantäne

Das Infektionsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber, ihren Beschäftigten das Gehalt weiterzuzahlen, wenn diese wegen einer Quarantäne-Anordnung oder der Schließung von Schulen und Kitas nicht arbeiten konnten. Dieses Geld wird den Arbeitgebern dann vom Land ersetzt, Selbstständige erhalten eine Direktzahlung. Die Anträge können über die Internetplattform ifsg-online.de gestellt werden.

Weitere Informationen

Das COVID-19 Insolvenzaussetzungsgesetz soll sicherstellen, dass durch Corona in Bedrängnis geratenen Unternehmen die nötige Luft haben, um staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben. Die Verpflichtung zur Anzeige einer drohenden Insolvenz damit ist ausgesetzt.

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Liquiditätshilfe der WIBank (Kredit)

Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen WIBank erweitert ihr Programm "Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen in Hessen". Sie vergibt Kredite bis 200.000 Euro. Der Antrag muss über die Hausbank gestellt werden. Nähere Informationen gibt es hier.

Hessen-Mikroliquidität der WIBank (Kredit)

Besonders für Kleinstunternehmen gedacht ist das ergänzende Darlehen für kleine Unternehmen und Soloselbständige, um zusätzlichen Liquiditätsbedarf zu decken, der durch die aktuelle Corona-Krise entstanden ist und für die Fortführung der unternehmerischen Tätigkeit zwingend erforderlich ist. Es gibt zwischen 3000 und 35.000 Euro ohne die banküblichen Sicherheiten.

Förderung von Sanierungsgutachten gemäß IDW S6 (Zuschuss)

Ein Sanierungsgutachten wird notwendig, sobald sich ein Unternehmen in einer Krisensituation befindet und Geld von der Bank braucht. Die Erstellung eines solchen Gutachtens unterstützt die WIBAnk mit 50 Prozent, jedoch maximal 10.000 Euro.

Kapital für Kleinunternehmen (Förderdarlehen)

Für kleine Unternehmen und Freiberufler mit bis zu 25 Mitarbeitenden und 5 Millionen Euro Jahresumsatz bietet die WIBAnk Förderdarlehen, die von der Hausbank um mindestens 50 Prozent aufgestockt werden.

KfW-Unternehmerkredit

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet über die jeweilige Hausbank Kredite für Investitionen und Betriebsmittel für Unternehmen, die bereits länger als fünf Jahre am Markt sind.

KfW-Gründerkredite

Auch für Unternehmen, die weniger als fünf Jahre am Markt sind, hat die KfW ihr Programm ERP-Gründerkredit – Universell aufgestockt.

KfW-Schnellkredite

Das Schnellkreditprogramm der Bundesregierung für von der Corona-Krise betroffene mittelständische Unternehmen ab elf Mitarbeitern ist Mitte April gestartet. Der Staat bürgt bei diesem Programm vollständig für Unternehmenskredite bis 800.000 Euro, so dass eine langwierige Prüfung durch die Hausbank entfällt. Den Kreditantrag stellt die jeweilige Hausbank.

Steuererleichterungen

Zum Hilfspaket der hessischen Landesregierung gehören auch Steuererleichterungen, etwa durch Steuersenkungen und Fristverlängerungen. Näheres dazu hier. Für die schnelle Beantragung empfiehlt sich das digitale ELSTER-Programm.

Checkliste für Unternehmen

Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) hat eine Checkliste erstellt, worauf Unternehmen in der Coronakrise achten sollten. Hier können Sie das PDF herunterladen.

Unterstützung für Berufstätige

Immer mehr Menschen verlieren durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie ihren Job. Der Deutsche Gewerkschaftsbund beantwortet hier Fragen zu Arbeitsrecht und Corona. Unter welchen Voraussetzungen Kurzarbeitergeld beantragt werden kann, erklärt die Bundesagentur für Arbeit.

Unterstützung für Eltern

Eine Erleichterung für viele Eltern ist es, wenn sie ihre Kinder weiterhin in Schule oder Kita betreuen lassen können. Seit dem 2. Juni gilt der eingeschränkte Regelbetrieb. Damit ist der Kreis der Kinder größer geworden, die die Einrichtungen wieder besuchen können. Die aktuelle Liste der Berechtigten und die entsprechenden Anträge gibt es hier.

Der Kinderzuschlag des Bundesfamilienministeriums ist eine Leistung für Eltern, die zwar für sich selbst genug verdienen, deren Einkommen aber nicht oder nur knapp für ihre gesamte Familie reicht. Die Familien werden mit bis zu 185 Euro pro Kind monatlich unterstützt, damit die Kinder besser gefördert werden und Kinderarmut vermieden wird. Normalerweise wird dafür das Einkommen der vergangenen sechs Monate betrachtet. In der jetzigen Krise gilt ein Notfall-KiZ, der auch schon nach einem Monat vermindertem Einkommen greifen kann. Ob Sie Anspruch auf diese Leistung haben, können Sie hier herausfinden. 

Schutz für Mieter

Der Bundestag hat auch mehr Schutz für Mieter in der Coronakrise beschlossen. Kündigung sollen verboten werden, wenn Einkommensausfälle dazu führen, dass man die Miete nicht zahlen kann. Gelten soll dies zunächst für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Viele Wohnungsbaugenossenschaften haben  angekündigt, vorerst auf Kündigungen und Räumungen zu verzichten. Auch Mieterhöhungen werden ausgesetzt. Die aktuelle Rechtslage erklärt der Mieterschutzbund hier.

Wenn Sie befürchten, dass Sie in den nächsten Monaten die Miete nicht aufbringen können, sollten Sie frühzeitig mit ihrem Vermieter Kontakt aufnehmen. Möglicherweise haben Sie Anspruch auf Wohngeld – hier können Sie es berechnen. 

Nothilfe für Studierende

Ein landesweiter Nothilfefonds für alle Studierende war im April innerhalb weniger Stunden ausgeschöpft. Nun stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung 100 Millionen Euro für Überbrückungshilfen zur Verfügung - pro Studierendem bis zu 500 Euro im Monat. Unter www.überbrückungshilfe-studierende.de geht es zum Antrag.

Wenn das Einkommen der Eltern aufgrund der Corona-Krise geringer geworden ist lohnt es sich zu überprüfen, ob man nun zu den BAföG-Berechtigten zählt oder die Summe erhöht werden kann. Dazu gibt es im Netz verschiedene Bafög-Rechner, z.B. hier. Falls ja, muss ein Aktualisierungsantrag (hier als PDF) gestellt werden.

Wer einen KfW-Studienkredit bezieht, wird während der derzeitigen Pandemie vorübergehend von der Zinspflicht befreit. Aber auch Studierende, die nach den Förderungsbestimmungen der KfW bislang keinen Zugang zum Studienkredit hatten, können bei der KfW ein in der Anfangsphase zinsloses Darlehen beantragen, damit sie nicht ohne Finanzmittel dastehen, wenn deren Nebenjob pandemiebedingt wegfällt.

Die TU Darmstadt hat einen eigenen Corona-Sozialfonds über 90.000 Euro eingerichtet. Alle immatrikulierten Studierenden sind berechtigt, einen Antrag auf einmalige finanzielle Unterstützung zu stellen. In erster Linie werden Beiträge zur Krankenversicherung, Miete und der Semesterbeitrag übernommen.

Sonderprogramm "Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit"

Die über 40.000 gemeinnützigen Vereine in Hessen sollen die finanziellen Folgen der Krise mithilfe eines Förderprogramms auffangen können. Egal ob Sport-, Kultur- oder Naturschutzverein – jeder Verein ohne wirtschaftlichen Betrieb ist antragsberechtigt. Bis zu 10.000 Euro kann die Förderung betragen. Anträge können bei den zuständigen Ministerien gestellt werden. Welche das sind, hat die Landesregierung hier aufgelistet.

Besondere Hilfen für Künstler und Kreative

Mit einem zusätzlichen Hilfspaket über 50 Millionen Euro will Hessen den Neustart von Kunst und Kultur in der Corona-Krise unterstützen. Das von Kunstministerin Angela Dorn vorgestellte Konzept "Hessen kulturell neu eröffnen" umfasst folgende Fördertöpfe:

  • Finanzielle Unterstützung bei ausgefallenen Festivals: Die maximale Höhe richtet sich nach der Zahl der verkauften Eintrittskarten im Schnitt der vergangenen drei Jahre: 2,50 Euro pro Ticket bei öffentlich getragenen Festivals, 5 Euro pro Ticket bei von gemeinnützigen Vereinen oder privaten Institutionen getragenen Festivals. Der Betrag ist auf 500.000 Euro gedeckelt. Anträge können ab dem 1. Juni und bis zum 30. November beim Ministerium gestellt werden.



  • Projektstipendien für freie Gruppen und Einzelkünstler: In der Zeit der Pandemie sind laut Kulturministerin Dorn viele neue Ansätze für Kulturveranstaltungen und künstlerische Formate entstanden. Diese sollen realisiert und dokumentiert werden. Es stehen Mittel für 250 Gruppen in Höhe von je 18.000 Euro sowie für 1.000 Künstler in Höhe von je 5.000 Euro zur Verfügung. Bewerbungen können hier ausschließlich online von 1. bis 8. August 2020 eingereicht werden.
  • Fonds "innovativ neu eröffnen": Der Fonds soll Kultureinrichtungen den Übergang in die Neueröffnung erleichtern. Kinos, Konzertsäle und weitere kulturelle Spielstätten können für die Entwicklung neuer Formate oder für bauliche Anpassungen Unterstützung mit einem Pauschalbetrag von je 18.000 Euro erhalten. 500 Fonds-Pakete werden vergeben. Voraussichtlich ab 1. Juli werden Anträge beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst möglich sein.

Für Menschen in der Kreativwirtschaft gibt es zudem Erleichterungen in der Künstlersozialkasse und bei den Verwertungsgesellschaften. Auf den Seiten der Bundesregierung gibt es eine Übersicht der infrage kommenden Hilfen.

Das Kulturamt Frankfurt will Frankfurter KünstlerInnen in besonderen Härte- und Notsituationen unbürokratisch helfen. Dieses PDF informiert über die Beantragung der Hilfe.

Die hessische Filmförderung listet ihre Unterstützungsmöglichkeiten für abgesagte Festivals und Veranstaltungen auf. Hier als PDF zum Download.

Besondere Hilfen für die Landwirtschaft

Die Rentenbank hat ein Bürgschaftsprogramm für Liquiditätssicherungsdarlehen für die Landwirtschaft aufgelegt. Antragsberechtigt sind Unternehmen der Landwirtschaft, einschließlich des Wein- und Gartenbaus, der Forstwirtschaft sowie der Fischerei und Aquakultur. Beantragt werden die Darlehen über die Hausbank.

Weitere Informationen

Hotline für Landwirte, Ernährungswirtschaft und Verbraucher

Das Bundeslandwirtschaftsministerium beantwortet Fragen rund um Corona von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr:

  • Landwirtschaft: 030 311606150
  • Ernährungswirtschaft: 030 311606154
  • Verbraucher: 30 311606158
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Der Hessische Bauernverband informiert auf seiner Webseite regelmäßig über Entscheidungen, die insbesondere Bauern betreffen.

Kopf hoch Kassel! Stadt legt Wiederankurbelung-Programm auf

Die Stadt Kassel hat ein eigenes Förderprogramm für Unternehmen, Betriebe, Einrichtungen und Vereine beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzumildern.

Gefördert werden gemeinnützige Institutionen mit Sitz in Kassel, die sich Einnahmeverluste bedingt durch die Corona-Pandemie für insgesamt drei Monate bis zu einem Betrag von maximal 5.000 Euro erstatten lassen können. Dieser einmalige Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Hierfür stehen im städtischen Haushalt insgesamt 3 Millionen Euro zur Verfügung.

Inhabergeführte Kleinst- und Kleinbetriebe mit Geschäftssitz in Kassel erhalten bei Wiederaufnahme ihres Geschäftsbetriebs einen einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss von maximal 5.000 Euro. Der Zuschuss für Soloselbstständige mit Wohnsitz in Kassel beträgt 2.000 Euro.

Die entsprechenden Online-Anträge finden Sie hier.

"Marburg Miteinander"

Die Stadt Marburg hat ein Hilfsprogramm im Umfang von für 3,7 Mllionen Euro aufgelegt. Das finanzielle Schwergewicht im 14-Punkte-Plan ist der Stadt-Geld-Gutschein: Mit ihm sollen Marburgs Gewerbetreibende binnen sechs Wochen mehrere Millionen Euro Umsatz machen. Alle erwachsenen Marburger*innen erhalten einen Gutschein über 20 Euro, alle Kinder und Jugendlichen einen über 50 Euro.

Schon jetzt greifen die Maßnahmen des Pakets "Sicher wohnen", darunter unter anderem ein Mietendeckel für die städtische Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau. Details dazu finden Sie hier.

Sie wollen helfen?

Die neue Website hessen-helfen.de verbindet Hilfesuchende und Helfer. Eine Aktion von hessenschau, hr3 und YOU FM in Kooperation mit dem Land Hessen.

Weitere Informationen

Gesundheit, Pflege und Soziales in Corona-Zeiten

An wen wende ich mich, wenn mein Kind Symptome des Coronavirus zeigt? Wie kann ich die Pflege meiner Angehörigen sicherstellen? Und wie kann ich als gesunder Mensch helfen? Unter diesen Adressen gibt es Hilfe und Antworten.

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