Streikende Bahn-Mitarbeiter vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt.

Neuer Tag, weiter Streik: Der Ausstand der Lokführer führt auch am Donnerstag zu massiven Einschränkungen im Bahnverkehr. S-Bahnen fahren nur ein Mal pro Stunde.

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hessenschau vom 12.08.2021
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Wegen des Streiks der Lokführer ist der Betrieb der S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet in der Nacht vorübergehend eingestellt worden. Inzwischen fahren sie wieder stündlich, so wie am Mittwoch, wie eine Bahn-Sprecherin am Mittag in Frankfurt bestätigte. Einzelne Linien wurden eingestellt und durch andere Züge ersetzt.

40 Prozent der üblichen Kapazität

"Auch heute Morgen ist der Zugverkehr nach einem Ersatzfahrplan angelaufen", sagte die Bahn-Sprecherin. Im Fernverkehr konnte die Bahn im Laufe des Tages die Kapazität mit 20 zusätzlichen ICE-Zügen erhöhen. Im Regionalverkehr Rhein-Main würden ähnlich wie im Bundesschnitt rund 40 Prozent der üblichen Kapazität angeboten, sagte sie. Nach ersten Beobachtungen seien die Züge nicht ganz so voll gewesen wie am Vortag, weil sich die Kunden besser auf die Situation einstellen konnten.

Im Regionalverkehr der DB Regio sind nach Angaben der Bahn 13 Linien betroffen, zum Beispiel die Verbindungen zwischen Frankfurt und Koblenz, Frankfurt und Kassel oder Gießen und Hanau. Züge fahren nur im Ein- bis Zwei-Stunden-Takt oder fallen ganz aus. Die Bahn riet Pendlern, nach Möglichkeit auf die Züge anderer Anbieter oder auf Expressbusse umsteigen. Eine Übersicht bietet die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite, der RMV hat hier Informationen zusammengestellt.

Weiter wie gewohnt fahren die Verbindungen der Hessischen Landesbahn, Vias, Cantus und Vlexx. In Frankfurt fahren die U-Bahnen außerdem mit mehr Waggons. Die Regiotrams in Kassel verkehren ebenfalls planmäßig.

Entscheidung über weiteren Streik kommende Woche

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Audioseite Zweiter Tag des Streiks bei der Bahn

Eine Frau geht im Frankfurter Hauptbahnhof an einem Regionalzug vorbei, auf dem "Nicht einsteigen" steht.
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Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hatte nach einer Urabstimmung ihre Mitglieder im Bahnkonzern am Dienstag zu einem Arbeitskampf aufgerufen. Nach dem Start des Streiks im Güterverkehr am Dienstagabend wird seit Mittwochmorgen der Fern- und Regionalverkehr für 48 Stunden bundesweit bestreikt. Die Bahn will nach Streikende am frühen Freitagmorgen wieder voll durchstarten. GDL-Vize Norbert Quitter sagte dafür die Unterstützung der Lokführer zu. Über einen möglichen weiteren Streik soll erst in der kommenden Woche entschieden werden.

Bei der Urabstimmung hatten 95 Prozent der teilnehmenden GDL-Mitglieder für einen Arbeitskampf gestimmt. Damit wurde die notwendige Zustimmung von 75 Prozent weit übertroffen. Die GDL will eine Nullrunde im laufenden Jahr nicht akzeptieren, verlangt eine Corona-Prämie von 600 Euro und Einkommenssteigerungen von insgesamt 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten.

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