Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ryanair fliegt mehr Passagiere als Lufthansa

Flugzeuge von Ryanair und Lufthansa am Boden

Die Lufthansa hat im vergangenen Jahr ihre Stellung als Europas größte Passagier-Airline an Ryanair abgegeben. Bewegung kommt unterdessen in den Tarifstreit mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo.

Der Lufthansa-Konzern hat im vergangenen die Zahl der von ihm beförderten Fluggäste gegenüber dem Vorjahr steigern können. Am Ende reichte es aber nicht, um europäischer Spitzenreiter zu bleiben. Diese Position gab die Kranich-Airline an den irischen Anbieter Ryanair ab, wie aus Zahlen hervorgeht, die die Lufthansa am Montag bekanntgab.

Demnach flogen 2019 etwa 145,2 Millionen Menschen mit der Lufthansa oder einer ihrer Tochtergesellschaften, zu denen etwa Eurowings, Swiss oder Austrain Airlines gehören. Dies waren trotz dreier Streikwellen der Flugbegleiter 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Ryanair nach 2016 zum zweiten Mal vorn

Die Fluggesellschaft Ryanair, die unter ihrem Dach unter anderem auch Lauda und Malta Air vereinigt, kam auf etwa 152,4 Millionen Passagiere. Schon drei Jahre zuvor, im Jahr 2016, hatte Ryanair vor der Lufthansa gelegen.

Den Angaben des DAX-Konzerns zufolge legten bis auf Eurowings alle Lufthansa-Airlines zu. Eher gering fiel der Zuwachs mit 0,4 Prozent am größten deutschen Flughafen in Frankfurt aus. In Zürich und Wien dagegen konnte das Unternehmen mit +5,7 beziehungsweise +5,1 Prozent kräftig zulegen. Die Gesamtauslastung verbesserte sich mit 82,5 Prozent um einen Prozentpunkt auf einen neuen Höchstwert.

LH-Zustimmung zu Mediation senkt Streikgefahr

Unterdessen ist in den Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo Bewegung gekommen. Die Airline hat am Montag angekündigt, einer Mediation zu nicht-tariflichen Streitthemen zustimmen zu wollen. Es geht unter anderem um Haftungsklagen der LH gegen führende Gewerkschafter und die fristlose Entlassung des früheren Ufo-Chefs Nicoley Baublies.

"Mit unserem Einlenken wollen wir die Lösung offener Themen ermöglichen", sagte der neue Arbeitsdirektor der LH, Michael Niggemann. Mit der Mediation müsse dann allerdings auch verbindlich der Beginn einer umfassenden Schlichtung ermöglicht werden.

Verhaltene Reaktion bei Ufo

Ob durch die Ankündigung Streiks in nächster Zeit unwahrscheinlicher werden, ist allerdings fraglich. Ufo hatte zwar für den Fall einer Mediation einen Streikverzicht in Aussicht gestellt, reagierte aber verhalten auf die Mitteilung der Lufthansa.

Man halte eine solche Mitteilung zwei Tage vor neuen Vorgesprächen für eine Schlichtung für nicht sinnvoll, erklärte die Gewerkschaft. "Wir wollen die Gespräche am 16.01. nicht weiter belasten und werden uns daher zu den Inhalten dieser Meldung nicht äußern." Ufo hatte zuletzt über den Jahreswechsel bei der Lufthansa-Tochter Germanwings drei Tage lang gestreikt.

Erstmals Konkurrenz bei Ufo-Vorstandswahl

Derweil stehen bei Ufo Vorstandswahlen an. Erstmals tritt dabei eine oppositionelle Liste mit dem Namen Phoenix an. Sie will nach eigenen Angaben die Organisation der Gewerkschaft neu ausrichten.

Nach Meinung der Phoenix-Vertreter wurde Ufo bislang zu sehr zentral durch den Vorstand gesteuert. Dabei seien Konflikte zu sehr in der Öffentlichkeit ausgefochten worden. Zudem sollten tarifliche Ziele nicht mit persönlichen Anliegen des Vorstands verknüpft werden, heißt es in den Phoenix-Kernpunkten zur Wahl.

Die bisherige Ufo-Führung um ihre Vorsitzenden Daniel Flohr und Sylvia de la Cruz ist auf einer Liste mit dem Namen "No more Games" ("keine weiteren Spielchen") vertreten. Auch Baublies steht auf der Liste und will sich in die Grundsatzkommission wählen lassen.

Die Wahl findet vom 27. Januar bis zum 14. Februar statt. Ein Ergebnis soll innerhalb von drei Tagen vorliegen. Der Vorstand wird dann allein von der siegreichen Liste gestellt.

Sendung: hr-iNFO, 13.01.2020, 16.20 Uhr