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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Aufsichtsrat für Lufthansa-Rettungspaket

Maschinen der Fluggesellschaft Lufthansa stehen auf dem Areal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg (BER) abseits der Start- und Landebahn.

Die milliardenschweren Staatshilfen samt Auflagen für die Lufthansa sind vom Aufsichtsrat der Fluggesellschaft akzeptiert worden. Dazu gehört auch die Abgabe von Start- und Landerechten am Frankfurter Flughafen.

Der Aufsichtsrat der schwer angeschlagenen Lufthansa akzeptiert die von der EU-Kommission gestellten Auflagen für ein staatliches Rettungspaket. Darüber informierte die Fluggesellschaft am Montag nach einer Sitzung des Gremiums.

Bereits in der Nacht zum Samstag hatte der Vorstand mitgeteilt, dass man das Rettungspaket akzeptiere. Bis der Weg endgültig frei ist, müssen auch die Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni zustimmen. Auch die förmliche Genehmigung der EU-Kommission steht noch aus.

"Sehr schwierige Entscheidung"

"Es war eine sehr schwierige Entscheidung", erklärte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Karl-Ludwig Kley. "Nach intensiver Diskussion haben wir uns dazu durchgerungen, dem Vorschlag des Vorstands zuzustimmen." 

Kley erklärte, der Aufsichtsrat empfehle den Aktionären, "diesen Weg mitzugehen, auch wenn er ihnen substanzielle Beiträge zur Stabilisierung ihres Unternehmens abverlangt". Es müsse aber deutlich gesagt werden, "dass vor der Lufthansa ein sehr schwieriger Weg liegt."

Vorstandschef hofft auf Perspektive

Vorstandschef Carsten Spohr sagte, die Stabilisierung der Lufthansa sei kein Selbstzweck. "Gemeinsam mit der Bundesregierung muss es unser Ziel sein, unsere Spitzenposition im globalen Luftverkehr zu verteidigen. Für diese Perspektive sind wir allen an der Stabilisierung Beteiligten, inklusive unseren Kunden, Mitarbeitern und Aktionären dankbar", wird Spohr in der Mitteilung zitiert. Damit ist der Konzern einen großen Schritt weiter gekommen.

In der letzten Sitzung am vergangenen Mittwoch hatte der Aufsichtsrat die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über neun Milliarden Euro noch vertagt. Als Grund hatte das Unternehmen in Frankfurt mögliche Auflagen der EU-Kommission genannt, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte.

Lufthansa muss Start- und Landerechte abgeben

Um konkurrierende Fluggesellscchaften nicht zu benachteiligen, verpflichtet die EU-Kommission die Lufthansa, an den Flughäfen Frankfurt und München je einem Wettbewerber die Stationierung von je bis zu vier Flugzeugen samt bis zu 24 Start- und Landerechten zu übertragen.

Die Slots sollen im Rahmen eines Bieterverfahrens zugeteilt werden - und nur von einem europäischen Wettbewerber übernommen werden, der selbst keine wesentliche staatliche Rekapitalisierung aufgrund der Corona-Pandemie erhalten habe.

Sendung: hr-iNFO, 01.06.2020, 17.00 Uhr